Foto: Conrad Seidl

Erfrischend: Zitronenbier aus Kärnten

Kolumne |
5. September 2017, 11:28

Statt dem Bier Limonade zuzusetzen, setzt Stefan Breznik Zitronen direkt ein

Radler sind ein wachsendes Segment am Biermarkt – aber eigentlich ist es nicht sehr spannend, fertigem Bier Limonade beizumischen. Daher wollte Stefan Breznik in seinem Bleiburger Brauhaus nicht noch einen weiteren Radler anbieten.

Andererseits: Sein Cousin Michael Ceron betreibt den Zitrusgarten in Villach und wäre ein idealer Lieferant für Zitronen. Der Brauer Gerhard Primozic-Breznik, ebenfalls ein Familienmitglied, wusste eine Lösung und wagte ein Experiment: Er nahm das Fruchtfleisch von Zitronen der Sorte Siracusa und setzte es seinem Hellen gegen Ende der Nachgärung zu. Das wirkte wie ein "Aufkräusen", also eine späte Würzegabe. Die Gärung kam nochmals in Gang, der Zitrusgeschmack wurde sehr harmonisch eingebaut.

Das nun ausgereifte Zitronenbier hat bei 5,2 Prozent Alkohol eine goldgelbe Farbe und ein Aroma von Hefe und frischem Zitronensaft, das über die mangelnde Schaumhaltbarkeit hinwegtröstet. Der Antrunk ist erfrischend und leicht herb, fast pfeffrig. Im Geschmack findet sich kaum Säure, es dürfte aber doch genug davon da sein, um den herben Hopfengeschmack im Nachtrunk zu unterstreichen. (Conrad Seidl, RONDO, 5.9.2017)

Zitronenbier, 0,3 Liter im Brauhaus Breznik um 2,90 Euro