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Irrsinnssummen: Rufe nach dem "Salary Cap" werden lauter

31. August 2017, 10:12

Nach der Kritik an den Mega-Transfers im Fußball wird mittlerweile auch über eine Gehaltsobergrenze diskutiert

Frankfurt/Main – Julian Nagelsmann, Trainer des deutschen Bundesligisten 1899 Hoffenheim, hat einen Traum: "Am besten wäre eine Grenze von einer Million. Und die restlichen Millionen gehen an bedürftige Kinder, Behinderte oder Obdachlose". Der 30-Jährige würde dem Fußball am liebsten den Großteil der Irrsinnssummen entziehen und einem sinnvolleren Zweck zuführen .

Nagelsmann betrachtet seinen Vorschlag zwar selbst als utopisch – dennoch werden die Rufe nach einer Beschränkung der finanziellen Auswüchse immer lauter. Da das Financial Fair Play der Europäischen Fußball-Union (Uefa) als Regulierungsmechanismus offenbar nicht ausreicht, wird nun wieder verstärkt über die Einführung einer Gehaltsobergrenze gesprochen – nach dem Vorbild des "Salary Cap" im nordamerikanischen Profisport.

Rummenigge fordert Verantwortung

"Ich hatte Kontakt zum neuen Uefa-Präsidenten Aleksander Ceferin und habe den Eindruck, dass er einen neuen Versuch bei der EU-Kommission starten will", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge vom deutschen Rekordmeister Bayern München zuletzt der Frankfurter Allgemeinen.

Rummenigge rief im kicker zudem zu einem gemeinsamen Kraftakt des Weltverbandes Fifa, Uefa, ECA, der Spielervertretung FifPro und der Politik auf. "Diese Gruppierungen müssen versuchen, sowohl untereinander als auch mit der Politik Lösungen zu finden. Es ist wichtig, dass sich der Klub-Fußball seiner Verantwortung stellt", betonte er.

Ceferin selbst bestätigte derweil, dass er zeitnah bei der Kommission vorstellig werden möchte. "Ich bin mir nicht sicher, ob das unmöglich ist. Wir machen bald einen neuen Vorstoß", sagte der Slowene dem kicker.

Watzke hält nichts von Regulierung

Es gibt allerdings auch Skeptiker. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund ist sogar explizit dagegen. "Ich halte nichts von Regulierungsversuchen", sagte der 58-Jährige dem Wirtschaftsnachrichtenportal Business Insider.

In Nordamerika wird allerdings reguliert – auch wenn es dort aufgrund der anderen Struktur der Profiligen einfacher umzusetzen ist. Der "Salary Cap" legt fest, welche Gesamtsumme ein Klub pro Saison an Spielergehältern bezahlen darf. So liegt die Gehaltsobergrenze der Basketball-Liga NBA in der kommenden Spielzeit bei rund 89 Millionen Euro. Die Klubs der Eishockey-Liga NHL dürfen in der nächsten Saison 62,5 Millionen Euro für ihr Personal ausgeben. (sid, 31.8.2017)