Ukraine geht gegen ausländische Journalisten vor

Nachdem kürzlich zwei Spanier nicht einreisen durften, soll nun eine russische Reporterin abgeschoben werden. Die OSZE protestiert

Die ukrainische Regierung geht offenbar verstärkt gegen ausländische Journalisten vor. Nachdem vergangene Woche den beiden spanischen Freelancern Antonio Pampliega und Manuel Ángel Sastre auf dem Kiewer Flughafen die Einreise verweigert worden ist, steht nun eine russische Journalistin vor der Abschiebung.

Der ukrainische Staatssicherheitsdienst (SBU) bezeichnet Anna Kurbatowa, die als Korrespondentin für das russische Staatsfernsehen aus dem Land berichtet, als "russische Propagandistin", die "mit Zwangsmaßnahmen nach Russland zurückgebracht" werde. So wie ihr werde es jedem anderen Journalisten ergehen, der sich erlaube, die Ukraine zu diskreditieren.

"Absichtliche Provokation"

Kurbatowas Arbeitgeber, der Sender Channel One, berichtet, sie sei von unbekannten Männern in der Nähe ihrer Wohnung in ein Auto gezerrt und weggeführt worden. Die Journalistin habe schon zuvor Drohungen von Menschen erhalten, denen ihre Berichterstattung nicht gefallen habe. Das Außenministerium in Moskau nannte die drohende Abschiebung der Journalistin eine "absichtliche Prokovation" durch die ukrainischen Sicherheitskräfte und "nationalistische Radikale".

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Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) appellierte an die Kiewer Regierung, Kurbatowa und andere Journalisten aus OSZE-Staaten nicht zu inhaftieren und abzuschieben. Seit Ende Juli hätten die ukrainischen Behörden zwei weiteren russischen Reportern die Einreise verweigert beziehungsweise sie abgeschoben. Umgekehrt gibt es in der Ukraine Proteste gegen die Inhaftierung ukrainischer Journalisten in Russland. (red, 31.8.2017)

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