Arthrose-Patienten: Ibuprofen erhöht Blutdruck deutlich

2. September 2017, 12:20

Einer Studie hat gezeigt: Erhalten Patienten mit Arthrose oder rheumatoider Arthritis Ibuprofen, steigt ihr Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen

Zürich – Nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen und Naproxen sowie der Cox-2-Hemmer Celecoxib zählen weltweit zu den am meisten verschriebenen Medikamenten. Von beiden Arzneimitteltypen ist bekannt, dass sie Nebenwirkungen wie erhöhten Blutdruck verursachen.

In einer aktuellen Studie konnten nun Forscher nachweisen, dass Ibuprofen sich deutlich ungünstiger auswirkt als Naproxen und Celecoxib. An der Studie nahmen insgesamt 444 US-Patienten teil. 408 litten unter Arthrose, 36 unter rheumatoider Arthritis. Alle Patienten zeigten Erkrankungen der Herzkranzgefässe oder hatten ein höheres Risiko dafür. Ein Drittel der Patienten erhielt Celecoxib (zweimal 100 bis 200 Milligramm täglich), je ein Drittel Ibuprofen (dreimal 600 bis 800 Milligramm täglich) oder Naproxen (zweimal 375 bis 500 Milligramm täglich).

Nach vier Monaten wurde der Blutdruck mit dem Wert zu Beginn der Studie verglichen. Während Celecoxib den Blutdruck im Schnitt um 0.3 mmHg senkte, stieg er mit Ibuprofen um 3.7 und mit Naproxen um 1.6 mmHg. "Der Blutdruckanstieg unter Ibuprofen ist signifikant", sagt Studienleiter Frank Ruschitzka von der Klinik für Kardiologie am Universitären Herzzentrum Zürich.

Nebenwirkungen

Ibuprofen sei "eindeutig nicht so sicher wie früher gedacht", ergänzt der Experte. Gerade für ältere Patienten, die häufig unter Arthrose und hohem Blutdruck litten, seien die Ergebnisse von großer klinischer Bedeutung, führt Ruschitzka aus: "Eine Senkung des Blutdrucks um nur 2 mmHg verringert das Infarktrisiko um zehn Prozent und das Mortalitätsrisiko bei koronarer Herzkrankheit um sieben Prozent."

Naproxen und Ibuprofen sind rezeptfrei erhältlich und werden von Hunderten Millionen Menschen jährlich eingenommen. Für beide Medikamente ist nachgewiesen, dass sie Magen- und Darmbeschwerden auslösen sowie die Nieren und die Magenschleimhaut schädigen können. (red, 2.9.2017)