Foto: ORF/Roman Zach-Kiesling

ORF-Aufsichtsräte der Bundesländer formieren sich: "Länder und ORF stärken"

6. September 2017, 08:00

Diesen Freitag treffen einander die ORF-Stiftungsräte der Bundesländer in Salzburg

Wien – So viel Zeit nehmen sich die großen Fraktionen von SPÖ und ÖVP nicht einmal vor ORF-Wahlen: Diesen Freitag treffen einander die ORF-Stiftungsräte der Bundesländer in Salzburg. "Es geht um eine Strategie, wie man die Bundesländer und die Landesstudios stärkt und damit auch den ORF", sagt Matthias Limbeck auf STANDARD-Anfrage. Der Salzburger Stiftungsrat organisiert den Workshop, der auch in ein Forderungspaket münden könnte.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz kommt zu diesem "Freundeskreis" der Länder-Stiftungsräte ebenso wie Finanzdirektor Andreas Nadler und Onlinechef Thomas Prantner. Zudem Roland Brunhofer, der erst mit Guten Morgen Österreich und seit August auch dem ORF-2-Vorabend aus demselben mobilen Studio mehr Regionalität ins ORF-Hauptprogramm bringt. Am Freitag wollen die Länderräte laut Limbeck mit der ORF-Führung besprechen, ob sie nicht weitere Produktionen in Landesstudios verlagern will. Das ist den Ländern sympathischer als weitere Sparvorgaben.

Die Länder-Stiftungsräte stellen immerhin neun der 35 Mandate im obersten Aufsichtsgremium des ORF, sechs von ihnen werden dem bürgerlichen Lager zugerechnet. Der Stiftungsrat bestellt ORF-Generaldirektor, Direktoren und Landesdirektoren jeweils mit zumindest der Hälfte seiner Stimmen. Ebenso viele Stiftungsräte können Direktoren abberufen, eine Zweidrittelmehrheit Generaldirektoren.

Nach Nationalratswahl und Regierungsbildung, spätestens im Frühjahr 2018, ist der Stiftungsrat neu zu besetzen. Je nach Regierung und Zahl der Parlamentsklubs könnte sich im Extremfall eine ÖVP-FPÖ-Zweidrittelmehrheit ausgehen. Rascher als ein neues ORF-Gesetz, das meist auch zu neuer Besetzung führt.

Mit solchen Perspektiven versichern sich ORF-Generäle gern des Wohlwollens etwa von Ländervertretern, denen ihr Landesstudio näher liegt als der Küniglberg. Um das ORF-Zentrum dort, den Abschied von teuren Zubauplänen sowie den Erhalt des Funkhauses als Radiostandort geht es ohnehin kommende Woche im ORF-Stiftungsrat. (fid, 6.9.2017)