Foto: Martin Schutt

Auf der Sonnenseite der Schwarmfinanzierung

11. September 2017, 14:00

Derzeit mehren sich auf Crowdinvesting-Seiten Sonnenstromprojekte, die sich reger Nachfrage erfreuen

Wien – Sommer, Sonne und Schwarmfinanzierungen passen offenbar gut zusammen. Von österreichischen Anlegern wurden im Juli und August laut dem Vergleichsportal Crowdcircus.com 4,4 Millionen Euro eingesammelt. Im Fokus standen dabei neben Immobilienprojekten erneuerbare Energien. Darunter die GW Energie Holding, die derzeit über die Plattform Green Rocket eine Finanzierung anbietet. Diese ist bisher gut vom Schwarm angenommen worden. Bei der seit Ende August laufenden Finanzierung ist die sogenannte Funding-Schwelle von 100.000 Euro, ab der das Crowdfunding-Projekt umgesetzt wird, schon um fast das Dreifache übertroffen worden.

Bis Monatsende erhalten Geldgeber noch die "Early-Bird-Verzinsung" von 5,25 Prozent pro Jahr, danach verringert sich der Zinssatz auf vier Prozent. Bei dem achtjährigen "qualifizierten partiarischen Nachrangdarlehen" können Anleger im Erfolgsfall auch eine Erfolgsbeteiligung erhalten.

Hohe Nachfrage

Auch die neue Crowdfunding-Plattform Gemeinwohlprojekte.at verzeichnete hohe Nachfrage nach der ersten Investitionsmöglichkeit in Sachen Sonnenstrom. Binnen 48 Stunden sei eine Bürgerstromanlage im steirischen Passail mit 47.250 Euro ausfinanziert worden, gibt die BfG Eigentümer- und Verwaltungsgenossenschaft als Plattformbetreiber bekannt. Getragen wird das Projekt von der in Weiz ansässigen Firma RS Photovoltaik. Dabei kaufen Anleger Solarmodule, und das Unternehmen mietet als Anlagenbetreiber diese von ihnen zurück. Den Geldgebern winkt jährlich eine 2,5-prozentige Verzinsung.

Ebenfalls innerhalb von zwei Tagen haben Anleger bei der auf erneuerbare Energien spezialisierten Firma Oekostrom über Crowdinvesting eine Million Euro in Unternehmensanteile investiert. Zwar war dies bereits im Februar der Fall, dient aber nun als Referenzprojekt für die "White-Label-Lösung" der Plattform Conda. Diese bezeichnet sich selbst als Österreichs Marktführer und bietet sich nun als Partner für Firmen an, die eigene Crowdfunding-Portale betreiben wollen.

Individuelle Plattformen

Dabei stellt Conda den Kunden seine eigene Plattform als Grundgerüst samt Wartung und Support zur Verfügung, das Design kann jedoch individuell gestaltet werden. "Vorteilhaft für Neueinsteiger ist es, dass sie sich auf ihr Business konzentrieren können und sich nicht mit technischen Kinderkrankheiten herumschlagen müssen", sagt Conda-Vorstand Daniel Horak. (Alexander Hahn, 9.9.2017)