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Togos Regierung schaltet mobiles Internet ab

7. September 2017, 19:02

Massenproteste sollen unterbunden werden – "Die Position des Präsidenten ist sehr schwach"

Lome – Wegen Massenprotesten unzufriedener Bürger hat die Regierung in Togo laut Medien das mobile Internet abschalten lassen. Damit soll offenbar die Organisation weiterer Demonstrationen und die Berichterstattung darüber erschwert werden. Der französische Auslandsradiosender rfi berichtete, dass sich trotz der Internetsperre am Donnerstag wieder zahlreiche Demonstranten im Lome eingefunden hätten.

Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur in Lome bestätigte, dass Internetverbindungen gekappt waren. Togo mit seinen rund 7,5 Millionen Einwohnern gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.

Medienberichten zufolge hatten am Mittwoch Zehntausende gegen die Regierung des westafrikanischen Landes protestiert. Die frühere deutsche Kolonie wird seit 50 Jahren von der Familie Gnassingbe regiert. Wenige Jahre nach der Unabhängigkeit von Frankreich putschte sich 1967 der damalige Generalstabschef Eyadema Gnassingbe an die Macht. Nach seinem Tod 2005 wurde Sohn Faure Gnassingbe Staatschef.

"Die Position des Präsidenten ist sehr schwach", sagte Analyst François Conradie der südafrikanischen Beratung NKC African Economics. Weder die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas noch Gnassingbes Freunde in Europa wollten ihm zur Hilfe eilen, sagte er. (APA, 7.9.2017)