Foto: Elmar Gubesch

Die Angst vorm Laster

20. September 2017, 10:45

Einer der Gründe, warum der Lkw-Transport so günstig ist, ist die fehlende Kostentransparenz

In Abwandlung des alten Spruchs "Geht es der Wirtschaft gut, geht es auch den Menschen gut", könnte man noch weiter sagen: "Geht's dem Verkehr gut, geht's auch der Wirtschaft gut." Allerdings lassen sich Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Verkehr noch leichter erfassen als Auswirkungen auf die Menschen. Klar ist: Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur belebt Regionen. Unternehmen siedeln sich nur dort an, wo benötigte Rohstoffe angeliefert und Produkte leicht versendet werden können. Und wo auch die benötigten Arbeitskräfte gute Verkehrsanbindung vorfinden.

Verkehrsclub Österreich

Aber beim Verkehr entstehen auch viele Kosten, die man nicht sieht, die von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Wie der VCÖ (Verkehrsclub Österreich) in seiner jüngsten Veröffentlichung "Ausgeblendete Kosten des Verkehrs" aufzeigt, bilden die Infrastrukturkosten einen erheblichen Teil der Kosten des Kfz-Verkehrs für die Allgemeinheit. Man kann sie jetzt nicht so einfach den Pkw oder Lkw zuordnen, denn beide fahren auf der gleichen Fahrbahn. Aber gebaut werden die kostspieligen Straßen für die Wirtschaft, nämlich die Lkw, und nicht, damit wir möglichst lustig autobahnfahren können. Und abgenützt werden sie auch von den Lkw.

Kostenrechnung

Der Lkw-Verkehr bezahlt aber in Form seiner Maut und Steuern nur einen Bruchteil der Gesamtkosten, die er verursacht (Umweltschäden, Sozialdumping etc.). Die fehlende Kostenwahrheit ist auch der Grund dafür, dass Lkw-Transport viel zu billig ist, was wiederum zu unbedachten Steigerungen im Lkw-Transport führt.

Wenn dann darüber geredet wird, die Transsibirische Eisenbahn bis Parndorf zu verlängern und dort enden zu lassen, kriegt man endgültig Angst vorm Lkw. (Rudolf Skarics, 20.9.2017)