Foto: Andreas Stockinger

Mercedes E All Terrain: SUV-Alternative

9. September 2017, 10:54

Zwischen Kombi und SUV ist noch Luft. Aber nicht mehr lange. Immer mehr Hochbeinkombis bieten eine Alternative zum SUV

Wien – Jetzt ist das Trio komplett, in der kultivierten Oberliga stehen drei Latifundienzufahrtsinstrumente zur Auswahl: Volvo V90 Cross Country, Audi A6 Allroad, Mercedes E-Klasse All Terrain.

Wer SUVs scheut, dem von diesen hoffähig gemachten Rustikallook aber was abgewinnen kann, wer zugleich Kombis liebt, deren Kombinationsgabe aber noch was hinzugefügt wurde, der ist mit diesen dreien ebenso gut bedient wie beraten. In der Logik der Positionierungsbeauftragten wiederum füllt der All Terrain die Lücke zwischen E T-Modell und GLE.

Im Wald sind nicht nur die Räuber, sondern auch waldwegtaugliche Bewohner wie der All Terrain von Mercedes. Kaum auf dem Markt, ist die vielseitigste E-Klasse aller Zeiten ein heiß begehrtes Gefährt.
foto: andreas stockinger

Was dem Schweden und den beiden Deutschen eignet: Sie sind fesche Kampl und so viel praktisch. Was der Volvo als Einziger nicht kann: Niveauregulierung.

Das hat jetzt nichts mit dem seit Jahrzehnten konsequent umgesetzten Bildungsdesaster zu tun, sonst müsste das ja ein U-Boot-Test sein, so tief wurde das Niveau inzwischen reguliert. Nein, hier geht es um eine Technologie, dank deren die Bodenfreiheit des Fahrzeugs verändert werden kann, die gegenüber den normalen Kombis ohnehin schon erhöht wurde. Die serienmäßige Luftfederung hebt bis Tempo 35 km/h den All Terrain um 20 mm zusätzlich an. Die Bodenfreiheit beträgt je nachdem 121 bis 156 mm. Ergebnis, logisch: bisher geländegängigste E-Klasse.

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So kann das dürre Gras auf dem Schotterweg den Unterboden nicht zerkratzen. Zu polemisch? Gut, gut, man wäre tatsächlich überrascht, was man mit diesem Hochbeinkombi im Abseits alles anstellen kann, "All Terrain" ist aber eindeutig geflunkert von den Dam- und Herrschaften mit dem Stern an der Brust. Der Wagen ist Wiener-Höhenstraßen-Kopfsteinpflaster-tauglich und noch deutlich mehr, für den geneigten Afghanistaneinsatz indes bleibt – richtig: die G-Klasse.

Flexibel und variabel

Hinsichtlich Flexibilität, Variabilität und praktischen Alltagsnutzens spielt der All Terrain alle Stückln, die das T-Modell auch spielt, darüber muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Dafür ein paar zur Attitüde, zum Habitus dieses modischen Gefährts.

Braunes Leder signalisiert innen eine gewisse Erdverbundenheit.
foto: andreas stockinger

Ausgefasst hatten wir den 220d. Sauberdiesel mit SCR-Kat und 194 PS. Später kommen noch ein 6-Zylinder-Diesel und eine AMG-Version, Letztere macht auch die Amis und Chinesen heiß. Der Diesel schreitet freudig und kultiviert zur Tat. 400 Nm lassen schon erahnen, dass einem da nichts fehlt, und im Verbrauch muss er sich auch nicht genieren, auf 6,8 l /100 km kamen wir im Testbetrieb.

Erdverbundenheit

Der äußere Abenteurertrimm – Planken an Flanken und Radkästen, Unterbodenschutz etc. – setzt sich innen fort. Im Testwagen signalisierte braunes Leder in Hülle und Fülle die gewisse unterstellte Erdverbundenheit dieser E-Klasse, geschmackvoll kombiniert mit Alu (auch im Karbonlook), Klavierlack(-imitat) und schwarzen Kunststoffen. Oben wird es hell, mit Panoramaglasscheibe noch heller. Und haben wir die Burmester-Anlage schon erwähnt?

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Auf der Straße fühlt sich der All Terrain in der Grundstellung äußerst komfortabel an. Straffer wird es bei Sport, aber nicht viel. Und so ist der E-Klasse-Neuzugang ebenso ein ausgesprochener Langstreckentyp, einer für Familie und/oder Freizeit, als auch einer, mit dem man sich auch einmal in die freie Wildbahn, abseits befestigter Wege, wagt. Lässiges Auto. (Andreas Stockinger, 9.9.2017)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.