, Franziska Zoidl

Neuanfang für Uno Shopping in Leonding

In wenigen Tagen eröffnen die ersten Shops im Uno Shopping in Leonding. Das Einkaufscenter in der Nähe der Plus City war zuletzt leergestanden

Die Mühlviertler Investoren, die das Shoppingcenter gekauft haben, wollen ihm nun Schritt für Schritt Leben einhauchen.

foto: michael hierner

Jahrelang herrschte im Einkaufszentrum Uno Shopping im oberösterreichischen Leonding gähnender Leerstand, nun wird dort wieder gearbeitet: Derzeit laufen die letzten Vorbereitungsarbeiten für ein aus Deutschland importiertes Outlet-Center-Konzept, das am 19. September um 7 Uhr Früh auf 19.000 Quadratmetern eröffnet wird. Aktuell seien Maler und Elektriker zugange, und die Parkplätze sind fertig, berichtet Hubert Wagner, einer der Eigentümer des zuletzt verwaisten Einkaufscenters: "Es geht noch rund, aber wir schaffen das."

Im November soll dann auf 5000 Quadratmetern auch der deutsche Sporthändler Muck einziehen. Weitere Mieter sollen folgen: Läuft alles nach Plan, dann füllen sich bis zum Sommer kommenden Jahres die insgesamt 54.000 Quadratmeter an vermietbarer Fläche. Dann erst soll das große Eröffnungsfest steigen: "Wir machen das Shop für Shop", sagt Wagner, der Ende vergangenen Jahres gemeinsam mit den oberösterreichischen Investoren Joachim Pawelka und Josef Hofer der Bank Austria das in die Jahre gekommene Einkaufszentrum abgekauft hat. Diese hatte fast ein Jahr lang versucht, das Uno Shopping zu veräußern – anfangs noch um 100 Millionen Euro, später dem Vernehmen nach deutlich günstiger.

Das Uno Shopping war stets in direkter Konkurrenz zur nahen Plus City in Pasching gestanden, die ihm nach und nach die Mieter abspenstig gemacht hat. Und während die Plus City vor einem Jahr auf 70.000 Quadratmeter erweitert wurde, lief es im Uno Shopping immer schlechter.

Günstige Mieten

Den direkten Wettbewerb will man künftig in Leonding daher vermeiden: "Unser Konzept ist, dass wir mit keinem Geschäft in Konkurrenz zur Plus City treten", sagt Wagner. Man setze daher bewusst auf günstige Mieten, als Gegenleistung erwarte man sich aber vonseiten der Mieter "Verkäufer – und keine Statisten. Wir wollen nicht, dass beim Personal eingespart wird", so Wagner. Viel Platz will man einem Gastronomiebereich einräumen, der auch am Sonntag geöffnet hat – genauso wie auch ein Showroom des Sportartikelhändlers, in dem sonntags aber natürlich nicht eingekauft werden kann.

Über die konkreten Pläne freut man sich auch im Stadtamt: "Für Leonding ist eine baldige Eröffnung von Geschäften wünschenswert", lässt Walter Brunner, SPÖ-Bürgermeister von Leonding, dem Standard ausrichten. Früher seien im Uno Shopping 500 Menschen in 90 Betrieben beschäftigt gewesen, nun sollen, wenn es nach dem Bürgermeister geht, diese Geschäftsflächen wiederbelebt werden.

Shoppen und Wohnen

Auch Hannes Lindner vom Beratungsunternehmen Standort+ Markt beobachtet die Entwicklungen in Leonding mit Interesse: "Ich glaube, die grundsätzliche Entscheidung, auf das eher preisorientierte Segment zu setzen, ist die richtige", sagt er. Denn alles, was in eine höherpreisige Richtung gehe, sei durch die Nachbarschaft zur Plus City nicht ratsam. Die Frage sei aber, wie am Ende des Tages mit den Flächen umgegangen werde, sagt Lindner – nämlich ob diese eher als Lagerhallen für Onlinehändler oder tatsächlich "mit Shoppingcharakter" bespielt werden.

Anfang des Jahres hatten die neuen Eigentümer noch angedacht, einen Teil des Uno Shoppings abzureißen, um Platz für 350 Wohnungen zu machen. Diese Idee sei grundsätzlich immer noch aktuell, meint Wagner heute. Mittlerweile sei die Zahl der Wohnungen aber auf 180 reduziert worden, weil so viele Flächen bereits an Händler vermietet worden seien.

Man sei mit der Gemeinde diesbezüglich im Gespräch, eine entsprechende Umwidmung würde aber dauern. Wagner rechnet daher mit einem Baubeginn in frühestens drei Jahren. (Franziska Zoidl, 9.9.2017)

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