Regierungspartei geht mit Ministerin ins Rennen um Sloweniens Präsidentschaft

8. September 2017, 14:34

Amtsinhaber Pahor, ehemals Sozialdemokraten, gilt aber weiter Favorit im Rennen um das höchste Amt am 22. Oktober

Ljubljana – Die slowenische Regierungspartei SMC von Ministerpräsidenten Miro Cerar schickt die 48-jährige Bildungsministerin Maja Makovec Brencic ins Rennen um das Präsidentenamt am 22. Oktober. Neben der SMC (Partei des modernen Zentrums) haben bisher von den etablierten Parteien nur noch die oppositionellen Christdemokraten (NSi) mit ihrer Chefin Ljudmila Novak eine Kandidatin nominiert.

Alle anderen Parlamentsparteien nannten für das Rennen noch keinen Namen. Als Favorit gilt ohnedies Amtsinhaber Borut Pahor als Favorit. Der 53-Jährige tritt als unabhängiger Kandidat an, wird aber auch von seiner früheren Partei, den mitregierenden Sozialdemokraten (SD), unterstützt. Die Umfragen deuten auf eine Entscheidung erst in der Stichwahl hin.

73-jährige Lehrerin für Rechtspopulisten

Die Liste von Pahors möglichen Herausforderungen wird allmählich länger. Diese Woche stieg u.a. der langjährige Bürgermeister der Hafenstadt Koper, Boris Popovic, ins Rennen um das Präsidentenamt ein. Ihre Kandidatin stellte auch die neue erzkonservative Partei "Stimme für Kinder und Familien" (GOD – Glas za otroke in druzine) vor. Die islamfeindliche Partei, die auf christliche Werte setzt, nominierte die 73-jährige pensionierte Lehrerin Angelca Likovic, die sich in der Öffentlichkeit als Abtreibungsgegnerin profilierte. Schon zuvor hatten der slowenische Botschafter in Mazedonien, Milan Jazbec, der Bürgermeister von Kamnik, Marjan Sarec, sowie der Schauspieler und Dichter Andrej Rozman Roza ihre Kandidatur angekündigt.

Der Wahl wollen sich auch ein Dutzend mehr oder weniger Prominente, darunter Komiker und Sänger, wie auch in der Öffentlichkeit völlig unbekannte Slowenen stellen. Nicht alle werden aber bei der Wahl auch antreten können. Als unabhängige Kandidaten müssen sie nämlich zuvor noch mindestens 5.000 Wählerunterschriften sammeln. (APA, 8.9.2017)