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Rummenigge: "Wer öffentlich kritisiert, kriegt Stress mit mir"

11. September 2017, 09:48

Bayern-Boss zeigt wenig Verständnis für die Aussagen von Müller und Lewandowski. Er will die Spieler zur Räson bringen

München – Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat Torjäger Robert Lewandowski, aber auch Weltmeister Thomas Müller nach deren Kritik mit Konsequenzen gedroht. "Wer öffentlich den Trainer, den Verein oder die Mitspieler kritisiert, kriegt ab sofort Stress mit mir", sagte Rummenigge in einem Interview der "Bild". Er wisse schon, "wie man Spieler zur Räson bringt", fügte er an.

Er sei zwar ein Freund von Demokratie und Meinungsfreiheit, "aber bei uns wird derzeit zu schlau dahergeredet, statt sich auf das Fußballspielen zu konzentrieren. Es darf nicht vereinsschädigend sein. Was Thomas Müller in Bremen gesagt hat, war auch nicht okay. Wir brauchen wieder mehr Effizienz und Ernsthaftigkeit", betonte der Bayern-Boss.

"Keine Stammplatzgarantie"

Lewandowski hatte sich im "Spiegel" über die Transferpolitik und die Macht der Spieler geäußert: Wenn auch künftig Weltklassespieler in München auflaufen sollten, müsse sich sein Verein "etwas einfallen lassen. Bis heute hat Bayern München nie mehr als rund 40 Millionen (...) für einen Spieler bezahlt. Im internationalen Fußball ist das schon längst eine Summe, die eher Durchschnitt als Spitzenwert ist."

Müller wiederum hatte sich kritisch über Trainer Carlo Ancelotti ("Ich weiß nicht genau, welche Qualitäten der Trainer sehen will, aber meine sind scheinbar nicht hundertprozentig gefragt") geäußert.

Es gebe, so Rummenigge, "auch für einen Parade-Bayer keine Stammplatzgarantie. Unzufriedenheit auf der Bank ist okay, aber keine öffentliche Kritik am Trainer."

"Unzutreffende Vorwürfe"

Lewandowski habe sich "offenbar von den Paris-Transfers irritieren lassen. Er ist bei uns als Fußballer angestellt – und verdient dafür sein Geld. Ich bedauere seine Aussagen", sagte Rummenigge. Der Pole habe zuletzt schon in der Rückrunde "unzutreffende Vorwürfe gegen die Mitspieler erhoben, dass er nicht genügend unterstützt worden wäre".

Als "Spiritus Rector" machte Rummenigge Lewandowskis Berater Maik Barthel aus. Das Interview sei bewusst am FC Bayern "vorbei organisiert worden. Er schadet damit Robert." Er sehe auch die Macht der Spieler "nicht so groß, wie Lewandowski mit Blick auf seinen Vertrag auch feststellen kann. Er hat bis 2021 ohne Ausstiegsklausel unterschrieben."

Und überhaupt, so Rummenigge weiter, müsse sich der Stürmer "keine Sorgen machen. Wir haben auch diese Saison wieder einen sehr guten Kader. Und wir haben seit langer Zeit eine seriöse und erfolgreiche Philosophie und haben damit große Erfolge erzielt." (sid, 11.9.2017)