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Zu viele Bakterien: China stoppt Einfuhr von Camembert und Co

11. September 2017, 14:13

Die EU beklagt, dass chinesischer Weichkäse mit gleichen Zutaten weiterhin verkauft werden darf

Paris/Peking – Die traditionsreichen französischen Käsehersteller haben ein gravierendes Problem. China hat die Einfuhr diverser Weichkäsesorten gesperrt. Bekannte Sorten wie Camembert, Brie und Roquefort dürfen seit wenigen Tagen nicht mehr nach China geliefert werden. Zwar trifft der Bann auch andere Länder, aber Frankreich ist davon am stärksten betroffen.

"Der gesamte Markt für Weichkäse ist jetzt gesperrt", sagte William Fingleton, Sprecher der EU-Vertretung in China, zu CNN. Die Union hat bereits gegen die Schritte Pekings protestiert. Die Asiaten argumentieren mit dem hohen Bakteriengehalt des Weichkäses. Doch, so Fingleton: "Weichkäse, der mit gleichen Zutaten in China hergestellt wird, gilt als unbedenklich."

Große Hersteller aus Europa müssen sich derzeit auf Hartkäseverkäufe beschränken, wie Vincent Marion vom Schanghaier Onlinekäsehändler Cheese Republic sagt. Zudem darf auch der bereits nach China eingeführte Weichkäse weiterhin vertrieben werden. Marion vermutet, dass China die eigene Produktion bevorzugen möchte. Laut AFP sind auch viele Restaurants betroffen. Er müsse nun die Speisekarte ändern, erklärte Axel Moreaux vom Lokal Paradox in Peking. (red, 11.9.2017)