Balzan-Preisträger 2017 bekanntgegeben

11. September 2017, 18:54

Hochdotierte Preise für Kulturwissenschafter, Gender-Forscher, Immunologen und Exoplanetenforscher

Mailand – Die mit umgerechnet rund 660.000 Euro dotierten Balzan Preise gehören zu den wichtigsten Wissenschaftspreisen der Welt. Anders als beim Nobelpreis muss die Hälfte des Preisgelds gespendet werden, und jedes Jahr werden neue Themenfelder ausgewählt.

2017 erhalten den Preis Aleida und Jan Assmann (Deutschland) für Forschungen zum Kollektiven Gedächtnis, Bina Agarwal (Indien) für Gender Studies, James Allison und Robert Schreiber (USA) für Immunologische Ansätze in der Krebstherapie sowie Michaël Gillon (Belgien) für Exoplanetenforschung.

Aleida und Jan Assmann (Universitäten Konstanz und Heidelberg) wurden "für die gemeinsame, inter- und transdisziplinäre Erarbeitung des Konzepts 'kulturelles Gedächtnis' und seine definitorischen Klärungen als kulturwissenschaftliches Paradigma, aber auch in öffentlichen Debatten" ausgezeichnet, wie es in der Begründung hieß.

Der Preis für Gender Studies an Bina Agarwal (University of Manchester) wurde "für die Überprüfung traditioneller Prämissen in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften durch einen innovativen Ausblick auf Genderfragen und für die Sichtbarkeit und Förderung von Frauen der Landbevölkerung im globalen Süden" verliehen.

Die Vergabe des Preises für Immunologische Ansätze in der Krebstherapie an James P. Allison und Robert D. Schreiber (University of Texas, Austin, und Washington University School of Medicine Saint Louis) wurde mit der "umwälzenden Rolle auf dem Gebiet der Tumorimmunologie" begründet, die die beiden Forscher gespielt hätten.

Michaël Gillon (Universität Lüttich) erhielt den Preis "für seine innovative und erfolgreiche Suche nach Planeten, die nahe Sterne umkreisen – ein Meilenstein auf der Suche nach Spuren von Leben außerhalb unseres Sonnensystems". Sein Team hatte im Februar 2017 das Exoplaneten-System um Trappist-1 entdeckt.

Die Internationale Balzan-Stiftung prämiert seit 1961 herausragende Wissenschafter sowie Personen aus Kunst und Kultur. Die vier auszuzeichnenden Fachgebiete wechseln jährlich und stammen aus den Geistes- und Naturwissenschaften, Kunst und Kultur. Bei der Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger wurden auch die Themengebiete für 2018 genannt: Sozialanthropologie, Globalgeschichte, Fluiddynamik und Chemische Ökologie. (red, 11.9.2017)