ORF will Finanzbeitrag der Volksgruppen für ORF-3-Sendung

12. September 2017, 11:49

Wrabetz: 600.000 Euro für wöchentliche Sendung bei Sparziel 300 Millionen nicht zu stemmen – Blimlinger protestiert

Wien – Der ORF will für eine wöchentliche, überregionale Volksgruppensendung in ORF3 finanzielle Beiträge der Volksgruppen: Der ORF könnte diese Volksgruppenforderung – die rund 600.000 Euro kosten würde – "nicht stemmen", wenn er in den nächsten Jahren 300 Millionen Euro einsparen müsse, sagte ORF-Chef Alexander Wrabetz. Die Publikumsrätin der Grünen, Eva Blimlinger, wirkt über die Finanzierungsidee entsetzt.

Das Konzept laufe darauf hinaus, dass einmal "alle Interessensgruppen der österreichischen Gesellschaft Prozentsätze dem ORF zur Verfügung stellen müssen. Das geht aus meiner Sicht gar nicht."

"Im Sport gibt es da ja auch, und da hat sich keiner aufgeregt", wandte Volksgruppenvertreter Karl Hanzl ein. Blimlinger: "Umso schlimmer!"

Willy Mernyi (ÖGB) sieht das pragmatisch: "Wenn die Volksgruppen sich für einen Beitrag entscheiden, dann ist das ihre Sache." Besser, als der Publikumsrat fordere weiter ergebnislos mehr Volksgruppensendungen.

Der Publikumsrat empfiehlt eine solche halbstündige Sendung. (red, 12.9.2017)