Foto: Evi Hämmerle / Czernin-Verlag

Christian Futscher: Über das Leben in Cafés und Wirtshäusern

12. September 2017, 14:23

Der Autor liest am Donnerstag in Feldkirch aus seinem neuen Erzählband "Wer einsam ist in der großen Stadt"

Feldkirch – Es war im Vorjahr, um den Frühlingsbeginn herum. Der Schriftsteller Christian Futscher war unterwegs zum Ort seiner Kindheit und Jugend. "14 oder Schöne Aussichten", im ersten Teil untertitelt mit "Zugfahrt Wien-Feldkirch, 23. März 2016, 12:30-18:56", heißt der Text zu eben jener Bahnreise im neuen Erzählband Wer einsam ist in der großen Stadt.

Und dieser Tage sitzt der Verfasser wieder im Railjet Richtung Vorarlberg und wird das neue Buch dort vorstellen, nachdem er seine Gitarre gestimmt hat. Am Donnerstag liest und spielt er im Theater am Saumarkt in Feldkirch.

Der Band ist im Czernin-Verlag erschienen, der seit sieben Titeln die verlegerische Heimat des schon zuvor hochproduktiven Christian Futscher ist. Das Buch spielt einmal im Wiener Innenstadtkaffeehaus Korb, einmal im (mittlerweile geschlossenen) Schwarzen Café und dazwischen in diversen Gastgärten und Wirtshäusern.

Es enthält Szenen eines Auftritts der herzhaften Chaotenband Drahdiwaberl, eine Weihnachtsgeschichte und einen Bettelbrief inklusive einer hoffnungsfroh beigestellten Kontonummer. Des Weiteren skurrile Details aus dem Literaturbetrieb wie einen "Putlitzer Preis", den nicht nur Suchmaschinen vorschnell zum Pulitzer Preis ummünzen möchten, oder ein Printmedium mit Namen "Freies Wort Suhl". Dort sei eines der Futscher'schen Werke "sehr positiv besprochen" worden. Einigen Stoff erlauschte sich der Autor im Alltag: üble Stammtischmeldungen ("Gelobtes Land Tellerrand") oder ein Radiofeature zum Westerngenre, welches Futscher locker-elegant verdribbelt.

Auch Material aus dem Ordner "Gesendete Objekte" taugt zur Veröffentlichung, etwa ein autobiografischer Kurzausflug mit der Überschrift "Eine E-Mail an Andi von der Wiener Band Mopedrock". Da behauptet Futscher, er sei "ein miserabler Gitarrist, der sich gelegentlich schreibend austobt, was aber niemanden zum Tanzen bringt". Stimmt ... aber nur die letzte Hälfte des Zitats. (Petra Nachbaur, 12.9.2017)

14. 9., Theater am Saumarkt, Feldkirch, 20.15