ORF-General: Was zählt, ist Objektivitätsgebot im ORF

14. September 2017, 16:19

Wrabetz sieht "rituelle" Debatten um den ORF – Standort: Gespräche mit Stadt "intensivieren"

Wien – ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz gibt sich über wahlkampfmotivierte Debatten im Stiftungsrat gelassen. Das sei eben eine Diskussion, die da ein bisschen "rituell angestrengt wird", meinte er am Donnerstag nach Ende der Sitzung im Gespräch mit Journalisten. Für den ORF zähle die im Gesetz vorgeschriebene "Objektivität", und dass die verletzt worden wäre, "hat eigentlich niemand behauptet".

Auch er verwies auf den am Donnerstag vom früheren ZDF-Intendanten Markus Schächter präsentierten Bericht zum ORF-Qualitätssicherungssystem, der dem heimischen Öffentlich-rechtlichen in punkto "Vertrauen" den Platz drei unter den europäischen Radiosendern und Platz vier im Europa-TV-Vergleich attestiere.

Dauerthema ORF-Standort

Das Dauerthema ORF-Standort beschäftigte den Stiftungsrat am Donnerstag ebenfalls wieder. Das Problem: Nach wie vor wartet man auf die Flächenwidmung für den Zubau. Während für die einen der (schwarze) Bezirk schuld ist, sehen die anderen (das rot-grüne) Wien am Zug.

"Entscheiden tut das die Vize-Bürgermeisterin (Maria Vassilakou, Grüne, Anm.) in Abstimmung mit dem Bürgermeister (Michael Häupl, SPÖ, Anm.) und der Stadtregierung", so Wrabetz. Zugleich ortet er aber in der Stadtregierung wenig Ambitionen, "über den Bezirk drüberzufahren". Der ORF werde nun die Gespräch mit Stadt und Bezirk "intensivieren".

Die Chancen beurteilt er aber wenig optimistisch, daher wird derzeit am "Plan B" gearbeitet – und wenn nötig, soll dieser im 1. Quartal nächsten Jahres vorgelegt werden. ÖVP-Stiftungsrat Thomas Zach deponierte schon am Donnerstag vorsorglich, dass er dem nicht zustimmen würde: "Nur, weil es jetzt bequemer wäre, etwas Anderes zu machen, ist das, was ursprünglich beschlossen wurde, nicht falsch." (APA, 14.9.2017)