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Lauda-Anbot: Niki Nazionale will wieder ganz nach oben

14. September 2017, 20:09

Andreas Nikolaus L. will 100 Millionen Euro für Teile der Niki-Mutter Air Berlin bieten

Die Übernahme von Niki werde für ihren Gründer Niki Lauda "wohl ein bisschen zu teuer sein", unkte Anfang des Monats Mario Rehulka, Präsident des österreichischen Luftfahrtverbands und Ex-AUA-Vorstandsdirektor. Die Meinung anderer hat den heute 68-jährigen Formel-1-Veteranen aber noch nie viel geschert, schon gar nicht die von Ex-Geschäftspartnern.

Auch Geld hat für den dreifachen Weltmeister, der seine rote Schildkappe als Werbefläche vermietet, eine andere Bedeutung als für Otto Normalverbraucher, die billige Urlaubsflüge so geil finden wie Andreas Nikolaus L. seine Unlust, etwas zu verschenken. Was sind schon 100 Millionen Euro, die Lauda nun für Teile der Niki-Mutter Air Berlin bietet, wenn man ein geschätztes Privatvermögen von 200 Millionen besitzt und die Investition ohnehin nicht allein finanzieren will?

Dass der britische Reisekonzern Thomas Cook und dessen Tochter Condor sich mit Lauda ins Cockpit setzen wollen, ist zwar alles andere als fix. Mit seinen Übernahmeplänen hat es Niki Nationale aber wieder einmal in die Weltpresse geschafft, was dem Markenwert sicher nicht schadet.

Gefälschtes Maturazeugnis

Umtriebig und risikobereit war er ja schon von klein auf. Weil er lieber schnelle Autos fahren wollte, als zur Schule zu gehen, fälschte er das Maturazeugnis. Nach seinem Unfall auf dem Nürburgring 1976 raste er sieben Wochen später wieder über eine Formel-1-Rennstrecke. Als er das "Wie-ein-Trottel-im-Kreis-Fahren" erstmals leid hatte, gründete der gelernte Pilot 1979 die Charterlinie Lauda Air.

Diese verkaufte er dann 2001 ganz an seinen Erzrivalen AUA (seit 1997 Anteilseigner). Lauda Air war fast pleite, der Verkauf kam damals auch durch politischen Druck zustande. Für die heutige Lufthansa-Tochter entpuppte sich der Deal als kein gutes Geschäft, anders als für Lauda.

Schon 2003 hob dieser wieder ab und übernahm die Österreich-Tochter der insolventen Fluglinie Aero Lloyd, aus der Flyniki entstand. 2004 versilberte Lauda bereits die ersten Anteile (24 Prozent) mit einem Verkauf an die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin, 2011 den Rest. Seither betreibt er mit Lauda Motion eine kleine Businessjet-Airline und ist Aufsichtsratschef des Mercedes-Rennteams.

Bisherigen Partnern ist der Mann mit dem Kapperl jedenfalls nicht gerade geheuer: "Neben seinem Egoismus ist er ein totaler Opportunist." Wer das sagt? Do-&-Co-Chef Attila Dogudan, ein wahrer Lauda-Freund. (Karin Tzschentke, 14.9.2017)