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Depression: Männliche Vegetarier gefährdet

18. September 2017, 07:29

Eine Studie der Universität Bristol hat ein erhöhtes Depressionsrisiko bei Männern, die sich pflanzlich ernähren, festgestellt

Fleischlose Ernährung hat eine Reihe gesundheitlicher Vorteile. Wer sich rein pflanzlich ernährt, tut seinem Herz-Kreislauf-System etwas Gutes. Konkret sinkt die Gefahr, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Bislang noch nicht untersucht war der Zusammenhang zwischen Vegetarismus und Psyche. Genau diese Untersuchung wurde nun an der britischen Universität Bristol durchgeführt. Die Ergebnisse sind kürzlich in der Zeitschrift "Journal of Affective Disorders" erschienen.

Ausgewertet wurden die Daten von 9.668 Männern aus der "Avon Longitudinal Study of Parents and Children" (ALSPAC), in der auch die Ernährungsgewohnheiten abgefragt wurden, wobei zwischen vegan (rein pflanzliche Ernährung ohne Milchprodukte und Eier) und vegetarisch unterschieden wurde. Befragt wurden Männer schwangerer Frauen. Neben Parametern wie Alter, Familienstand, Beschäftigung, Alkohol- und Zigarettenkonsum wurde die psychische Verfasstheit anhand der sogenannten EDPS-Skala für postnatale Depression gemessen.

Vegetarische Defizite

Das Ergebnis: Von den 9.668 Männern waren 350 Vegetarier. Sie zeigten eine erhöhte Depressionsneigung, vor allem jene, die sich vegan ernährten. Die Hypothese: ein Mangel an Vitamin B-12, das nur in Fleisch- und Milchprodukten enthalten ist. Vitamin B-12 spielt eine Rolle beim Schutz der neuronalen Verbindungen und ist auch bei der Bildung von Serotonin und Dopamin beteiligt. Auch Eisenmangel, ebenfalls nicht selten bei vor allem veganer Ernährung, könnte eine ähnliche Rolle bei der Depressionsneigung spielen.

Beide Mangelerscheinungen äußern sich in Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Eine entsprechende Blutprobe bringt Klarheit über ein eventuelles Defizit. Mangelerscheinungen können dann durch die Zufuhr entsprechender Produkte ausgeglichen werden.

Denn, so die Autoren, es könnte auch eine umgekehrte Kausalität bestehen. Das heißt: Männer (und auch Frauen) mit Depressionsneigung haben einfach weniger Lust auf Fleisch. (red, 18.9.2017)