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Abel Ferrara gestaltet Viennale-Trailer in memoriam Hans Hurch

18. September 2017, 10:45

US-Amerikaner legt 24. Trailer des Wiener Filmfestivals als Hommage an den verstorbenen Langzeitdirektor an

Wien – Abel Ferrara hat den Trailer zur heurigen Viennale gestaltet – in memoriam Hans Hurch. Dieser war im Juli während eines Arbeitsbesuchs bei Ferrara in Rom überraschend verstorben. Deshalb wurde das Miniaturwerk des 66-jährigen Ferrara nun eine Hommage an den Langzeitdirektor der Viennale. Das Filmfestival veröffentlichte am Montag das knapp eineinhalb Minuten lange Werk, das 24. seiner Art.

Hurchs Profil wird darin mit Stadtaufnahmen in der Dämmerung überblendet, wozu Kinderstimmen und Musik erklingen, Fotos von Bob Dylan und John Ford auftauchen. Der Name des Verstorbenen, der auch den Titel des Trailers liefert, ertönt als elektronisch modulierter Hauch: "Hans".

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"Ein kleines Dankeschön für jemanden, der den Traum vom ewigen Kino konstant und konsequent aufrechterhalten hat", schreibt Ferrara in einer Begleitnote zu seinem Trailer. "Der diesjährige, von Abel Ferrara geschaffene 24. Trailer ist außergewöhnlich – in mannigfaltiger Hinsicht", zeigte sich der interimistische Viennale-Direktor Franz Schwartz in einer Aussendung angetan. Zu den Künstlern, die in früheren Jahren bereits ihr Kreativpotenzial für die kleinen Werbefilme des Festivals in die Waagschale geworfen haben, gehören Regiegrößen wie Jean-Luc Godard oder Manoel de Oliveira.

Die 55. Viennale findet heuer von 19. Oktober bis 2. November statt. In diesen Tagen werden rund 200 Filme aus den Weltregionen des Kinos in Wien zu sehen sein. Unter dem Titel "Neues neapolitanisches Kino" wird dabei der süditalienischen Filmkultur ein eigener Schwerpunkt gesetzt. Der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach ist eine Personale gewidmet, und 14 künstlerische Weggefährten von Langzeitdirektor Hans Hurch haben für eine Retrospektive je ein Werk benannt, das sie mit dem Verstorbenen verbinden.

Im Filmarchiv ist im Rahmen der Viennale eine Werkschau zur österreichischen Kinopionierin Carmen Cartellieri zu sehen, während die traditionelle Retrospektive im Filmmuseum unter dem Titel "Utopie und Korrektur" dem sowjetischen Kino der Zwischenkriegszeit respektive der Post-Stalin-Zeit gewidmet ist. Das detaillierte Programm der Viennale soll am 10. Oktober präsentiert werden, der Vorverkauf startet dann am 14. Oktober um 10 Uhr. (APA, 18.9.2017)