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Salzburg AG bestätigt Limit für Buskilometer

19. September 2017, 15:48

Schreiben an Bürgermeister Heinz Schaden: Salzburger Verkehrsangebot ist am Stand von 1999

Salzburg – Inzwischen liegt es nun auch schriftlich vonseiten des Salzburger Energie- und Verkehrsanbieters Salzburg AG vor: Die Kilometerleistung der Salzburger Oberleitungsbusse ist de facto auf dem Stand des Jahres 1999 eingefroren. Damit bestätigt der Salzburg-AG-Vorstand die STANDARD-Recherchen vom Juli dieses Jahres, wonach bei der Fusion der Salzburger Stadtwerke mit dem Landesenergieversorger Safe zur Salzburg AG im Jahr 2000 eine Art Basiskilometerleistung vertraglich fixiert wurde.

Orientierungspunkt für diese "Basisversorgung" war das Jahr 1999. Damals fuhren die Busse in der Stadt insgesamt exakt 6.160.971 Kilometer. Seither gelten diese 6,2 Millionen Kilometer als de facto Obergrenze der Buskilometer. Jedes zusätzliche Angebot hätte die Stadt extra zu bezahlen.

In einem Schreiben an Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) vom 28. November 2016 hält der Salzburg-AG-Vorstand gleich im ersten Satz fest: "Gemäß Satzung der Salzburg AG sind wir verpflichtet, das Verkehrsangebot von 1999 aufrechtzuerhalten beziehungsweise etwaige Zusatzverkehre durch eine Leistungsbestellung abzudecken."

Neos-Anfrage

Bekanntgeworden ist der Brief jetzt nach einer Anfrage der Salzburger Neos zum Thema Sommerfahrplan. Schaden hatte das Schreiben der Salzburg AG der Anfragebeantwortung beigelegt.

In dem drei Seiten langen Brief wird erläutert, in welcher Art die Salzburg AG die Kilometerleistung von 1999 erbracht hat. Die Rede ist von "angebotsorientierten Leistungsumschichtungen". Immer wenn irgendwo eine Zusatzleistung erbracht worden ist – angeführt ist beispielsweise die neue Linie 1 zum Europark -, wurde andernorts reduziert; Originalton Salzburg AG: "Eine Veränderung des Fahrplans am Samstag vom Zehn-Minuten-Takt auf einen 15-Minuten-Takt oder einen 30-Minuten-Takt Sonntagfrüh."

Auch der umstrittene Sommerfahrplan – also die radikale Ausdünnung der Bustakte in der Ferienzeit auf vier Fahrten pro Stunden – falle unter diese "angebotsorientierte" Umschichtung. Thomas Neuhold, 18.9.2017)