Foto: Vladir09

Minibar: Austrian Lager

Kolumne |
5. Oktober 2017, 07:00

Viele Köche verderben den Brei – acht Brauer bringen aber zusammen gutes Bier zustande

Wenn man eine Bierspezialität vorstellt, gehört es sich, den Namen des Braumeisters zu nennen – von ihm stammt ja das Rezept, bei ihm liegt die Produktionsverantwortung. Das Austrian Lager, das dieser Tage an etliche Restaurants (und nicht an den Einzelhandel) ausgeliefert wird, ist da eine Ausnahme: Da steht nicht ein einzelner Braumeister dahinter, sondern gleich acht Herren dieses edlen Berufsstands.

Und das kam so: Die Culturbrauer, ein loser Verbund von acht österreichischen Mittelstandsbrauern, begannen Anfang des Jahres ein Gemeinschaftsprojekt. Die Braumeister setzten sich zusammen, diskutierten eine halbe Nacht lang über alle möglichen Craft-Bierstile, um sich dann zu einigen, ein klassisches Lager Wiener Art zu brauen.

Einige gemeinsame Versuchssude später ist das Bier marktreif und in Nostalgieflaschen gefüllt: Es ist rötlich-bernsteinfarben, fast blank mit cremefarbenem Schaum. Karamelltöne in der Nase, zart angedeutete Röstnote. Im Antrunk malzbetont, leichte Süße und überraschend fruchtig (Birne? Apfel?). Die Hopfenbittere ist stilentsprechend moderat, insgesamt ergibt das einen vollmundigen Eindruck. (Conrad Seidl, RONDO, 5.10.2017)

Austrian Lager, im Freistädter Brauhaus um 3,30 Euro