EZB-Spitze uneinig über Ende der Anleihenkäufe

19. September 2017, 16:12

Das Volumen reduzieren oder auslaufen lassen – laut Insidern sind die Währungshüter der EZB uneins über die Zukunft ihres Anleihenkaufprogramms

Washington/Frankfurt – Die US-Notenbank Fed wird wahrscheinlich am Mittwoch den Startschuss für den Abbau ihrer Bilanz geben. Dass die Notenbank mit dem Abbau ihrer in der Finanzkrise stark vergrößerten Bilanzsumme beginnen wird, gilt unter Beobachtern als nahezu sicher. Dies wäre nach acht Jahren Aufschwung ein weiterer Schritt zu einer Normalisierung der Geldpolitik. "Dies wurde von der Fed sorgfältig vorbereitet und breit kommuniziert und dürfte daher von den Märkten mit einem Schulterzucken hingenommen werden", sagt Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner.

Mit einer Veränderung des Leitzinses von 1,0 bis 1,25 Prozent rechnet kaum jemand. Spannend dürfte jedoch sein, ob die Fed ein Signal für einen künftigen Zinsschritt geben wird. Zuletzt hatte die Fed Mitte Juni den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Dies war die vierte Erhöhung seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Zwischen Ende 2008 und Ende 2015 hatte der Zinssatz an der Nulllinie gelegen.

Unterdessen sind die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) uneins, ob sie im Oktober ein Enddatum für ihre Anleihenkäufe nennen sollen. Im EZB-Rat prallten unterschiedliche Vorstellungen aufeinander, sagten mehrere Gewährsleute, die nicht genannt werden wollten. Demnach streben einige Vertreter im EZB-Führungsgremium an, für das auf rund 2,3 Billionen Euro angelegte Programm ein verbindliches Ende festzulegen. Andere dagegen setzten darauf, eine Reduzierung des Volumens der monatlichen Käufe anzukündigen und den Zeitpunkt der Beendigung offenzulassen. (dpa-AFX, Reuters)