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Thunfisch kehrt in die Nordsee zurück: Forscher untersuchen die Gründe

20. September 2017, 11:14

Sportfischer sollen 40 Exemplare fangen und mit einem Satellitensendern ausstatten

Hamburg – Bis vor etwa 50 Jahren war der Blauflossenthunfisch in der Nordsee verbreitet. In den 1960er-Jahren begann die Population aufgrund von jahrzehntelanger Überfischung dramatisch zu schrumpfen, in den 1970ern war der imposante Raubfisch schließlich gänzlich aus den nordischen Gewässern verschwunden. Zuletzt allerdings gab es hier wieder Sichtungen, und auch die Bestände im Mittelmeer zeigen seit einigen Jahren erste Erholungstendenzen.

Forscher und Umweltschützer wollen nun die allmähliche Rückkehr des Rote Thuns, wie er auch genannt wird, genauer erforschen. Mit Hilfe von Sportfischern sollen in den kommenden Wochen insgesamt 40 Fische im Skagerrak und im Kattegat vor der dänischen und schwedischen Küste mit kleinen Satellitensendern versehen werden. Die ersten fünf Tiere wurden bereits besendert.

Das Forschungsprojekt wird gemeinsam vom WWF und Universitäten aus Schweden und Dänemark organisiert. Erfahrene Sportfischer sollen die Tiere fangen und mit den Sendern ausstatten. Diese zeichnen Informationen etwa über den Aufenthaltsort der Tiere, deren Schwimmtiefe und die Wassertemperaturen auf. Nach etwa einem Jahr lösen sie sich von selbst, steigen an die Oberfläche und senden die Daten an einen Satelliten.

Rückkehr mit Zukunft

Die Wissenschafter erhoffen sich von den gesammelten Daten Erkenntnisse über Wanderrouten sowie Nahrungs- und Laichgründe und wollen die genauen Gründe für die Rückkehr des auch im Ökosystem wichtigen Fischs verstehen. "Wenn die ikonischen Raubfische jetzt in nordische Gewässer zurückkehren, müssen wir sicherstellen, dass sie hier auch in Zukunft überleben können", erklärte WWF-Fischereiexpertin Catherine Zucco. "Dafür brauchen wir vor allem mehr Informationen."

Wissenschafter führen das frühere Verschwinden des bis zu 4,5 Meter langen Thunfischs aus der Nordsee laut WWF auf die Überfischung der Tiere und ihrer Beutefische und die sich verändernden Lebensbedingungen im Meer zurück. Bei der offenbar beginnenden Rückkehr hätten wahrscheinlich Schutzmechanismen geholfen, erklärte Brian MacKenzie vom dänischen Fischforschungsinstitut DTU Aqua. (APA, red, 20.9.2017)