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Uni-ABC: Was Erstsemestrige wissen müssen

User-Diskussion
28. September 2017, 09:00

Um sich auf der Universität zurechtzufinden, braucht es mehr als einen Hörsaalplan. Was hätten Sie gerne gewusst, bevor Sie an die Uni gekommen sind?

Ja, manchmal ist der zu lernende Stoff nicht einfach, aber irgendwie schaffen die meisten die Prüfungen. Sich aber nach der Schule an der Universität mit ihren eigenen Regeln und Gepflogenheiten zurechtzufinden, dazu brauchen Studienanfänger oft lange. Schon beim Durchblättern des Vorlesungsverzeichnises taucht die erste Frage auf: Was bedeuten eigentlich c.t. und s.t.? Spätestens beim ersten Zuspätkommen weiß man, dass manche Vorlesungen sine tempore beginnen und andere nach der sogenannten akademischen Viertelstunde (c.t.).

Von Audimax bis Zulassung

Um Erstsemestrigen den Start etwas zu erleichtern, hier das Uni-ABC.

  • Audimax: Eigentlich Auditorium maximum. Der größte Hörsaal einer Universität bietet mehreren hundert Studierenden Platz.
  • Bibliothek: An der Universitätsbibliothek kommt kaum ein Studierender vorbei. Forschungsliteratur, Journals und Fachbücher können in der Hauptbibliothek oder in den jeweiligen Fachbereichsbibliotheken der einzelnen Fakultäten bestellt und ausgeborgt werden.
  • Curriculum: Jedes Studienfach hat Rahmenbedingungen und Regelungen für das Studium. Diese Regelung nennt man Studienplan oder Curriculum. Anhand des Curriculums können Studierende ihr Studium planen und wissen, welche Lehrveranstaltungen sie benötigen, um das Studium erfolgreich zu beenden.
  • Diplomstudium: Vor der Bologna-Reform und damit dem Bachelor-Master-System waren fast alle Studienrichtungen Diplomstudiengänge, die meist aus zwei Studienabschnitten bestanden und mit der Diplomarbeit und Diplomprüfung beendet wurden.
  • ECTS: Abkürzung für European Credit Transfer and Accumulation System. ECTS bildet den Arbeitsaufwand der Lehrveranstaltung ab. Jedes Studium besteht aus einer bestimmten Anzahl von ECTS, die durch erfolgreich abgeschlossene Lehrveranstaltungen gesammelt werden. Vor Einführung der Bologna-Reform wurde in Semesterwochenstunden gerechnet. ECTS soll Studienleistungen innerhalb der Europäischen Union vergleichbarer machen und damit auch leichter anrechnbar.
  • Fachschaft: Eine Fachschaft ist die Interessenvertretung von Studierenden einer Fakultät.
  • Genderspezifische Lehre: Theorien und Ergebnisse der Frauen- und Geschlechterforschung stehen im Mittelpunkt des jeweiligen Studienfachs.
  • Habilitation: Sie dient der förmlichen Feststellung der wissenschaftlichen und didaktischen Qualifikation für den Erwerb der Lehrbefugnis.
  • Inskription: Das Belegen eines Studiums wird Inskription genannt. Möchte man mehrere Fachrichtungen studieren, müssen alle inskribiert werden. Die Inskription muss jedes Semester neu erfolgen – durch Bezahlen des ÖH-Beitrags und des Studienbeitrags ist man meist automatisch inskribiert.
  • J: Tipps aus dem Forum werden ins Uni-ABC aufgenommen.

Jodel: Eine App lässt die Studenten jodeln

  • Kennbuchstabe und Kennnummer: Jede Universität hat einen eigenen Kennbuchstaben und jedes Studium eine spezielle Kennnummer. Die Universität Wien hat zum Beispiel den Kennbuchstaben "A". Dieser Buchstabe und diese Nummer müssen bei Prüfungen vielfach angegeben werden.
  • Lehrveranstaltung: Vorlesungen, Proseminare, Seminare, Übungen, Tutorien – all diese Unterrichtseinheiten werden allgemein als Lehrveranstaltung bezeichnet.
  • Matrikelnummer: Bei der Einschreibung (Immatrikulation) an einer Universität wird Studierenden eine Nummer zugewiesen. Diese Nummer beinhaltet die Information über die Universität, das Jahr, in dem sich der Studierende eingeschrieben hat, und eine fortlaufende Nummer.
  • Nostrifizierung: Ein Studienabschluss einer Universität im Ausland muss durch die inländische Universität anerkannt – nostrifiziert – werden, um zum Beispiel den Beruf ausüben zu können.
  • ÖH: Die österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft ist die gesetzliche Vertretung österreichischer Studierender der Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen, Universitäten und Privatuniversitäten. Alle Studierenden sind automatisch Mitglied. Die Vertreter der ÖH werden alle zwei Jahre gewählt.
  • Plagiatsprüfung: Abschlussarbeiten werden mittels einer Plagiatssoftware überprüft, ob nicht von anderen Arbeiten abgeschrieben wurde und richtig zitiert wurde – sie also den wissenschaftlichen Standards entsprechen.
  • Quellenverzeichnis: Im Literatur- und Quellenverzeichnis werden alle Quellen, die in einer wissenschaftlichen Arbeit verwendet wurden, aufgelistet.
  • Rektorat: Das Rektorat besteht aus dem Rektor und den Vizerektoren. Gemeinsam mit dem Universitätsrat und dem Senat bilden sie die Universitätsleitung.
  • Sponsion: Die Verleihung des akademischen Grades wird Sponsion genannt.
  • Tutorium: Gemeinsam mit einem Tutor wird der Stoff einer Lehrveranstaltung wiederholt und vertieft. Der Tutor ist meist ein Student, der im Studium schon weiter fortgeschritten ist und bei Fragen zur Verfügung steht.
  • USI: Das Universitätssportinstitut bietet Studierenden ein vielfältiges Angebot für Sport. Und Studierende an der Uni Wien kennen folgendes Serviceangebot:
  • Vorlesungsverzeichnis: Hier finden Studierende das Lehrangebot zu ihrem Studium. Welche Lehrveranstaltungen wann, wo und unter welchen Voraussetzungen stattfinden, kann hier nachgelesen werden.
  • Wahlfachkorb: Um in ihrem Studium einen Schwerpunkt zu wählen und sich zu spezialisieren, haben Studierende die Möglichkeit, Wahlfächer zu belegen. Es gibt dazu meist mehrere verschiedene Schwerpunkte, innerhalb derer aus einem Wahlfachkorb Lehrveranstaltungen ausgewählt werden können.
  • X: Tipps aus dem Forum werden ins Uni-ABC aufgenommen.
  • Youtube-Vorlesung: Manche Lehrveranstaltungen können über Youtube mitverfolgt und nachgeschaut werden.
  • Zulassung: Sobald Studieninteressierte das Zulassungsverfahren erfolgreich abgeschlossen haben, kann das Studium aufgenommen werden. Je nach Studienart, Staatsangehörigkeit und Herkunftsland des Reifezeugnisses/Vorstudiums gelten hier unterschiedliche gesetzliche Regelungen.

All das ist nur ein Bruchteil dessen, was auf Erstsemestrige im Uni-Alltag zukommt. Das Zurechtfinden im akademischen Umfeld fällt vielleicht nicht immer leicht, und vielfach ist man auf Hilfe von Studienkolleginnen und -kollegen angewiesen.

Welchen Rat hätten Sie gerne gehabt, bevor Sie an die Uni kamen?

Was hat Sie am Uni-System fast verzweifeln lassen? Und wo haben Sie zu Ihrer Studienzeit Informationen bekommen? Welchen Tipp würden Sie angehenden Studierenden mitgeben, der Ihnen damals geholfen hätte? Ergänzen Sie das Uni-ABC im Forum! (Judith Handlbauer, 28.9.2017)