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Anteil von Raucherinnen in Wien steigt

21. September 2017, 17:05

Gleichstellungsmonitor: Raucherinnenanteil zwischen 2007 und 2014 von 20 auf 32 Prozent gestiegen – Frauen verdienen im Schnitt 21 Prozent weniger

Wien – Mit dem von der Stadt Wien erstellten Gleichstellungsmonitor soll die Entwicklung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wien gezeigt werden. Zurückgegriffen wird auf vorhandene, möglichst aktuelle Daten. Die Studie soll die Diskussion über Gleichstellung mit Zahlen und Fakten versachlichen, sagte Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) bei der Präsentation des zweiten Gleichstellungsmonitors am Donnerstag. Die erste Studie war 2013 publiziert worden.

Negative Entwicklungen zeigen sich etwa im Kapitel Gesundheit: So nahm der Anteil der Raucherinnen in Wien signifikant zu. Im Gleichstellungsmonitor 2013 betrug der Anteil von regelmäßigen Raucherinnen in der Wiener Wohnbevölkerung ab 15 Jahren noch 20 Prozent. Diesmal wurden gleich 32 Prozent ausgewiesen. Damit rauchen fast ebenso viele Frauen wie Männer (33 Prozent) regelmäßig. Bei den Männern betrug der Anstieg nur drei Prozentpunkte. Als Datenquellen dienten die Gesundheitsbefragungen 2006/07 sowie 2014.

Anstieg schwerer Essstörungen

Eine "alarmierende Entwicklung" ortete Frauenberger beim Anstieg schwerer Essstörungen, die überwiegend Mädchen und Frauen betreffen. 2015 mussten 361 Mädchen und Frauen sowie 49 Buben und Männer stationär behandelt werden. 2013 waren es laut Spitalsentlassungsstatistik 350 Mädchen/Frauen und 36 Buben/Männer. Zudem sei laut Studie "von einer deutlich höheren Anzahl an Betroffenen auszugehen".

Das Kapitel Gesundheit ist nur eines von zwölf Themenfeldern, die im Gleichstellungsmonitor behandelt werden. Im Bereich "Altersstruktur und Bevölkerungsentwicklung" zeigt sich, dass Frauen mit 51 Prozent die Mehrheit der Wohnbevölkerung in Wien stellen. Die Bevölkerung ist zwischen 2011 und 2016 um acht Prozent gewachsen. Die Zahl der Männer ist mit neun Prozent allerdings stärker als jene von Frauen (6 Prozent) gestiegen.

Weniger Einkommen für Frauen

Wird das Bruttomedianeinkommen von Frauen und Männern verglichen, zeigt sich, dass Frauen im Schnitt um 21 Prozent weniger verdienen als Männer. Bei der Gruppe der selbstständig Erwerbstätigen ist der Einkommensunterschied mit 32 Prozent besonders groß. Als Datenquelle dienen Zahlen der Statistik Austria aus 2013 (siehe Grafik).

Der Gender Pay Gap, der sich auf den Bruttostundenlohn bezieht, ist im Vergleich zu Daten im ersten Gleichstellungsmonitor von 16 auf 14 Prozent gesunken. Frauen verdienen demnach pro Stunde um 2,25 Euro weniger als Männer. Da Frauen ein geringeres Einkommen haben, müssen sie auch 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aufwenden – Männer nur 32 Prozent (Zahlen aus 2014).

Für Barbara Huemer, Frauensprecherin der Wiener Grünen, ist Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht. "Da ist noch viel Handlungsbedarf." (David Krutzler, 21.9.2017)