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Stoss: "Sollte sich Lage verschärfen, werden wir Athleten nicht senden"

22. September 2017, 18:08

Laut ÖOC-Präsident gibt es keine Alternative zu Pyeongchang – Frankreich erwägt Verzicht

Paris/Innsbruck/Pyeongchang – Frankreich wird nicht an den Olympischen Winterspielen im Februar 2018 in Südkorea teilnehmen, sollte die Sicherheit seiner Teilnehmer nicht gewährleistet sein. Das stellte Sportministerin Laura Flessel klar.

Sollte sich die Nordkorea-Krise verschärfen und "unsere Sicherheit nicht garantiert werden können, wird Frankreichs Olympiateam zu Hause bleiben", sagte Flessel Radio RTL, ergänzte aber: "Soweit sind wir aber noch nicht."

Österreich will die Lage in Nordkorea noch beobachten und abwarten, bevor über eine etwaige Nichtteilnahme der österreichischen Athleten entschieden wird. "Sollte sich die Situation aber verschärfen und die Sicherheit der Sportler nicht mehr gewährleistet sein, werden wir nicht nach Südkorea fahren", sagte ÖOC-Präsident Karl Stoss am Freitag am Rande eine Pressekonferenz in Innsbruck.

"Wir gehen aber derzeit nicht davon aus, dass es so weit kommen wird", meinte Stoss. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man aber noch nicht wissen, wie sich die Sicherheitslage im Februar dann darstelle. Einen Plan B für die Olympischen Winterspiele im Februar in Südkorea gebe es jedenfalls nicht, bekräftigte der ÖOC-Präsident. Sollte die Sicherheit der Spiele nicht gewährleistet sein, würden sie einfach nicht stattfinden, fügte er hinzu.

Generalsekretär Peter Mennel meinte: "Wir gehen nach wie vor von politischen Lösungen aus. Das IOC ist in laufenden Gesprächen mit allen involvierten Ländern. Zuletzt gab es Gespräche bei der UN-Vollversammlung in New York. Dem IOC liegen derzeit keine Angaben von Nationalen Olympischen Komitees vor, die Bedenken geäußert haben, nicht starten zu wollen. Einen Plan B, die Spiele woanders durchführen zu wollen, gibt es definitiv nicht."

Neureuther: "Stellung beziehen"

Deutlich kritischer sieht Felix Neureuther die Lage. Deutschlands bester Skifahrer zieht wegen der Sicherheitslage einen Startverzicht in Betracht und kritisiert das IOC sowie den Deutschen Olympischen Sportbund für deren öffentliche Zurückhaltung deutlich. "Wahnsinn! Du musst doch einmal Stellung beziehen", sagte Neureuther am Freitag im Zillertal.

"Ich finde es extrem schade, (...) dass das Thema eigentlich ziemlich runtergespielt wird, als ob nix sei. Aber es ist ja eigentlich der Wahnsinn!", so der 33-Jährige, der die neueste Stellungnahme von DOSB-Chef Alfons Hörmann zum Zeitpunkt seiner Aussage noch nicht kannte. Hörmann hatte gemeint, der DOSB beobachte die "Situation und die weitere Entwicklung aufmerksam".

Zuvor hatte Neureuther betont, mit der defensiven Haltung ein Problem zu haben. "Ich werde jetzt Vater, und dann soll ich da rüberfahren mit einem ruhigen Gewissen und mich hinstellen und sagen: Super, jetzt bin ich bei Olympia und will alles geben." Er schaue sich die Situation in den nächsten Monaten an. "Aber wenn es so bleibt, dann würde ich mir natürlich meine Gedanken machen". (APA, red – 22.9.2017)