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Facebook warb mit Hass-Posting für Instagram-Nutzung

22. September 2017, 11:02

Reporterin des Guardians entdeckte, dass mit einer Vergewaltigungsdrohung gegen sie geworben wurde

Facebook hat erneut mit skandalösen Werbeanzeigen zu kämpfen. Die Guardian-Reporterin Olivia Solon entdeckte, dass Facebook mit einem ihrer Instagram-Postings für die Nutzung des sozialen Bildernetzwerks wirbt. Darauf ist der Screenshot eines E-Mails zu sehen, indem Solon mit Vergewaltigung gedroht wird. Die Journalistin hatte diesen Screenshot auf Instagram gepostet, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Facebook nahm dieses Posting, um auf Facebook bei Solon und ihren Freunden für Instagram zu werben. So erhielt Solons Schwester das Posting als Werbeanzeige.

Entschuldigung von Instagram

Instagram entschuldigte sich für die Nutzung des Fotos. Es habe sich nicht um bezahlte Werbung gehandelt, der Post sei vielmehr ausgewählt worden, um mehr Interaktionen zu generieren. Offenbar wurde das Instagram-Foto ausgewählt, weil es auf Instagram viele Interaktionen erhalten habe. Die US-Journalistin Julia Angwin erlebte Ähnliches: Sie hatte darüber berichtet, dass Facebook Werbung an "Judenhasser" erlaubt hat. Genau diesen Post schlug ihr Facebook nun für Werbung vor.

Die automatisierten Werbeanzeigen bei Facebook und dessen Tochter Instagram sorgen seit mehreren Wochen für Aufregung. Facebook hatte angekündigt, für Verbesserungen beim Algorithmus zu sorgen. Auch Google und Twitter erlaubten etwa zielgerichtete Werbung an Rassisten und Neonazis. (red, 22.9.2017)