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Kühe und Roboter gegen Wildschweine: Japan kämpft gegen Plage

22. September 2017, 13:11

Gemeinden greifen auf eigenwillige Methoden zurück

Tokio – In Japan sind Rehe, Hirsche und Wildschweine zur Plage geworden. Weil sich die Tiere so schnell vermehren und zugleich immer größere Schäden an Gemüsefeldern und Forstbeständen anrichten, greifen manche Gemeinden auf eigenwillige Methoden zurück.

In der südlichen Provinz Kumamoto zum Beispiel lassen Bauern neuerdings Kühe auf brachliegenden Flächen nahe ihrer Felder grasen, um Wildschweinen die Deckung im hohen Gras zu nehmen, wie die japanische Zeitung "Yomiuri Shimbun" am Freitag berichtete. Im westlichen Koichi hat eine Stadt ein mobiles Schlachthaus eingerichtet, damit die erlegten Wildschweine und Rehe nicht wie bisher meistens auf dem Mist landen.

Eine besonders kuriose Idee hatte eine Firma auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido, die mit der Universität Tokio einen Roboter in Wolfsgestalt zur Abschreckung von Wildschweinen und Rehen gebastelt hat. Doch ob all das ausreicht, um die Wild-Plage zu bekämpfen, ist zweifelhaft.

Kaum Jäger wegen überalteter Gesellschaft

Zumal es in Japan an Jägern mangelt, was unter anderem an der rasanten Überalterung der Gesellschaft liegt. Die einzige wirksame Lösung wären Wölfe, und zwar echte, meinte schon vor Jahren Naoki Maruyama, Ehrenprofessor an der Agrar-Universität in Tokio, im Gespräch mit dpa. Doch er stößt meist auf taube Ohren. Das letzte Mal, dass ein Wolf in Japan gesichtet wurde, war im Jahr 1905. (APA, 22.9.2017)