Kosovo zieht Antrag auf Interpol-Beitritt zurück

22. September 2017, 13:10

Wegen fehlender Unterstützung der Mitgliedstaaten

Prishtina – Der Kosovo hat seinen Antrag zur Aufnahme in die internationale Polizeibehörde Interpol zurückgezogen. Das bestätigte die Regierung in Prishtina am Donnerstagabend. Zuvor hatte Außenminister Behgjet Pacolli erklärt, dass sein Land derzeit nicht mit der notwendigen Unterstützung der Interpol-Mitgliedstaaten für die Aufnahme rechnen könne.

Außerdem würde die Generalversammlung (26. bis 29. September) in China stattfinden, und Peking habe den Kosovo bisher nicht anerkannt. Nach Pacollis Worten werde sich der Kosovo bemühen, im kommenden Jahr der Interpol beitreten zu können.

Widerstand

Bereits zuvor hatte Serbien Widerstand gegen die Aufnahme des Kosovo angekündigt. Die Zusammenarbeit zwischen Prishtina und der Interpol würde bereits über die UNO-Mission im Kosovo (UNMIK) laufen, erklärte Serbien seine Ablehnung. Belgrad erkennt die Unabhängigkeit seiner einstigen Provinz nicht an und versucht mit allen Kräften, die Aufnahme des Kosovo in internationale Organisationen zu verhindern.

Nach Ansicht der kosovarischen Regierung ist die Mitgliedschaft in der Interpol ein "direkter Beitrag zur Bekämpfung der internationalen Kriminalität und des Terrorismus".(APA)