Flüchtlinge: Ermittlung gegen Kapitän von NGO-Rettungsschiff

23. September 2017, 10:40

Die Organisation "Save the Children" weist den Vorwurf der Schlepperei zurück

Rom – Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Trapani hat Ermittlungen gegen den Kapitän des Schiffes "Vos Hestia" eingeleitet, mit dem die NGO Save the Children Flüchtlinge im Mittelmeer rettet. Der Vorwurf lautet auf Beihilfe zur Schlepperei, berichteten italienische Medien am Samstag.

Die Ermittlungen gegen den Kapitän laufen im Rahmen einer Untersuchung der Staatsanwaltschaft von Trapani gegen die deutsche Hilfsorganisation Jugend Rettet. Diese wird beschuldigt, bei der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer mit Schleppern zusammengearbeitet zu haben. Ihr Rettungsschiff "Iuventa" war im August auf der Insel Lampedusa beschlagnahmt und nach Sizilien gebracht worden. Ein Gericht in Trapani muss dieser Tage über einen Antrag der deutschen NGO entscheiden, die das Rettungsschiff zurückfordert.

NGO verteidigt Kapitän

Save the Children verteidigte den Kapitän: "Wir haben bei unseren Rettungseinsätzen im Mittelmeer stets im Einklang mit den Gesetzen gehandelt", hieß es in einem Schreiben der NGO. Die Rettungseinsätze seien stets unter der Regie der italienischen Küstenwache und in Absprache mit den italienischen Behörden erfolgt. Gegen die Hilfsorganisation selbst liefen keine Ermittlungen.

Wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Schlepperei hatte die italienische Regierung Druck auf die im Mittelmeer aktiven NGOs gemacht, um sie zur Unterzeichnung eines von Rom verfassten Verhaltenskodex zu bewegen. Die meisten Hilfsorganisationen, darunter Save the Children, unterzeichneten den Regelkatalog. Jugend Rettet akzeptiert ihn nicht. (APA, 23.9.2017)