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Potcoin – das Kryptogeld für Kiffer

26. September 2017, 16:00

Jeder Gruppe ihre digitale Währung: Hanffreunde haben eine, auch Putin ziert ein Kryptogeld. Das mit Kanye West gibt es aber nicht mehr

Wien – Wer das Wort Kryptowährungen hört, denkt wohl zuerst an den Bitcoin. Kein Wunder, dieses Zahlungsmittel bestimmte in den vergangenen Monaten die Berichterstattung. Doch im Zuge von Bitcoin und Ethereum haben in den vergangenen Jahren hunderte Internetwährungen das Licht der Welt erblickt.

Darunter etwa der Putincoin. Der Erfinder wollte damit "den Menschen und dem Präsidenten eines der größten Länder der Welt Tribut zollen", heißt es. Die Marktkapitalisierung des Putincoins liegt laut der Plattform coinmarket.cap bei knapp 4,9 Millionen US-Dollar. Damit belegt der Putincoin Rang 154 von den 871 auf der Plattform ausgewiesenen Währungen.

Fans von Putin haben eine eigene Kryptowährung für den russischen Präsidenten geschaffen.
foto: putincoin.org

Besser unterwegs ist der 2014 lancierte Potcoin. Er wurde kreiert, um es Liebhabern von Cannabis zu ermöglichen, gegenseitig Transaktionen abzuwickeln. Mit 16,9 Millionen Dollar Marktkapitalisierung sorgt der Potcoin zwar für keinen digitalen Höhenrausch, belegt im Ranking aber immerhin Platz 76.

Ein rasches Ende

Weniger Glück hatten die Fans des Coinye. Diese Münze mit dem modifizierten Konterfei des US-Rappers Kanye West – Ehemann von US-Realitystar Kim Kardashian – war zwar rasch bekannt und beliebt. West hatte die Währungshersteller jedoch wegen Markenverletzung verklagt, die Schaffung und Verbreitung musste eingestellt werden.

Das ging nicht lange gut. Kanye West wollte sein Konterfei nicht auf einer digitalen Währung. Der Coinye wurde wieder eingestellt.
foto: ho

Zu den gescheiterten Projekten gehört auch der isländische Auroracoin. Der wurde im März 2014 gratis an jene Isländer verteilt, die sich als daran interessiert gemeldet hatten. Anfangs kletterte der Kurs auf 100 Dollar, bei der dritten Verteilaktion lag er nur noch bei elf Cent. Die Inhaber haben die Coins rasch getauscht. Da kaum ein Geschäft den Auroracoin akzeptierte, hatte er auch kaum Nutzen, außer als Spekulationsobjekt. Vergessen wurde dabei wohl auf den Grundsatz: Ein Gut muss knapp und nützlich sein, um einen Wert zu haben. (Bettina Pfluger, 26.9.2017)