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Reichel schlägt Stich: German Open in österreichischer Hand

25. September 2017, 11:57

Stich verliert Lizenz – Für DTB ist Reichel erste Wahl, Wechsel ab 2019

Hamburg – Michael Stich ausgebootet, die Standortfrage ungeklärt, ein Österreicher als neuer Partner: Der deutsche Tennisbund (DTB) hat im Ringen um die Lizenzvergabe für die German Open am Hamburger Rothenbaum eine Entscheidung getroffen. Stich muss nach zehn Jahren als Ausrichter und Turnierdirektor 2019 an Peter-Michael Reichel übergeben. Das Angebot des Oberösterreichers garantiere dem Verband "nach Bewertung aller Kriterien das beste Gesamtpaket", sagte DTB-Präsident Ulrich Klaus.

Stich (48), 1991 Wimbledonsieger und die Nummer neun der Welt, wollte sich zunächst nicht äußern. Er soll nach Aufbesserung seines Angebots bereit gewesen sein, 2,5 Millionen Euro zu bezahlen, und damit finanziell auf einer Ebene mit Reichel gelegen haben. Der neue Lizenzinhaber stach auch Dietloff von Arnim, den langjährigen Direktor des World Team Cups in Düsseldorf, aus.

Fuß in der Tür

Reichel (64) wollte sich nicht vor dem endgültigen Abschluss der Verhandlungen äußern. Die von seiner Tochter Sandra geführte RBG Reichel Business Group GmbH vermarktet Großereignisse in Kultur und Wirtschaft sowie unter anderem die Damenturniere in Linz und Nürnberg (zuvor Bad Gastein). Zudem ist Peter-Michael Reichel Europa-Chairman der Spielerinnenvereinigung. Es ist bekannt, dass sich der DTB seit langem eine Lizenz für ein Damenturnier wünscht.

DTB-Präsident Klaus deutete an, dass Hamburg nach mehr als 100 Jahren nicht zwangsläufig Gastgeber der German Open bleiben muss. Die Hansestadt, die zurzeit 100.000 Euro jährlich beisteuert, müsse sich bewegen "und für die Ausrichtung des Turniers einen entscheidenden Anteil zu einer vollständig intakten Anlage beitragen", sagte Klaus. (sid, red, 25.9.2017)