Liste Pilz stellt Hochschulprogramm vor

25. September 2017, 15:33

Mehr Mittel für die Grundlagenforschung und ein eigenes Ministerium für Wissenschaft und Forschung sind die wichtigsten Punkte

Wien – Ohne die Stärkung der Grundlagenforschung werde Österreich weiter an hochschulpolitischer Relevanz verlieren, sind die Kandidaten der Liste Pilz, Biochemikerin Renée Schroeder und Hannes Werthner, Dekan der Fakultät für Informatik an der TU Wien, überzeugt. In einem Hintergrundgespräch stellten sie am Montag ihre Pläne für den Hochschulbereich vor.

Um die Grundlagenforschung auszubauen, sollte das Budget des Wissenschaftsfonds FWF verdoppelt werden. Derzeit könnten nur 20 Prozent der international begutachteten Forschungsprojekte auch gefördert werden. "Der FWF muss schneller in der Lage sein Forschungsvorhaben zu fördern", fordert Schroeder.

Neues Fördermodell für Fachhochschulen

Im vorgestellten Arbeitsprogramm kommen Fachhochschulen nicht vor, sie sind aber ein Erfolgsmodell in der Bildungslandschaft, sagt Schroeder auf Nachfrage. Fachhochschulen würden aber ein besseres Fördermodell für Forschung brauchen. Eine Forderung der Liste Pilz ist ein eigenes Ministerium für Wissenschaft und Forschung. "Das würde auch Vorteile für die Forschung an Fachhochschulen bringen", ergänzt sie.

Neben der Grundlagenforschung sind ihnen auch die universitären Karrieremöglichkeiten der Wissenschafter ein Anliegen. Ein Tenure-Track-Modell soll Forschern an den Universitäten eine längerfristige Karriereperspektive geben. "In Brüssel wird über Österreich gelacht, weil wir die besten Wissenschafter nach sechs Jahren gehen lassen müssen", sagt Schroeder. Das strikte Personalprogramm für Universitäten sei dafür ausschlaggebend.

Neues Gesamtkonzept für Hochschulzugang

Damit jeder, der studieren will, auch studieren kann, brauche es ein Gesamtkonzept betreffend Zugangskontrollen, Stipendien- und Darlehenssystem, sagt Schroeder. Außerdem soll jeder Studierende wissen, was sein Studienplatz pro Semester kostet.

Ein Baukastensystem bei den Curricula soll die Lehre flexibler machen und mehr Interdisziplinarität ermöglichen. Dafür brauche es aber mehr Autonomie an den Universitäten. Darüberhinaus soll Informatik in den Curricula aller Studienrichtigungen verankert werden.

Wenn Renée Schroeder in den Nationalrat kommt, möchte sie sich mit allen im Parlament vertretenen Wissenschaftern an einen Tisch setzen um gemeinsam ein Arbeitsprogramm zum Thema Forschung auszuarbeiten. Sie ist überzeugt, dass das Arbeitsprogramm der Liste Pilz auch die Zustimmung von Wissenschaftern anderer Parteien bekommt. (ost, 25.9.2017)