Foto: Middle-earth: Shadow of War

"Shadow of War"-Entwickler verteidigt kontroverse Mikrotransaktionen

26. September 2017, 10:42

Director Bob Roberts: "Es ist uns wichtig, klarzustellen, da es hier einige Falschannahmen gab"

Wer im kommenden Action-Adventure "Middle-earth: Shadow of War" wenig Zeit in den Ausbau von Fertigkeiten stecken möchte, kann den Charakterfortschritt beschleunigen, in dem er reales Geld für so genannte Loot-Boxen – sprich Schatzkisten – ausgibt. Diese Ankündigung sorgte in den vergangenen Wochen für Aufregung unter an dem Game interessierten Spielern, da befürchtet wurde, dass darunter die grundlegende Spielmechanik leiden würde. Womöglich verleite dieses Bezahlsystem die Entwickler sogar dazu, "Shadow of War" etwas schwerer oder gar unfairer zu gestalten, um Spieler zum Geldeinwerfen zu verleiten.

In einem aktuellen Interview entgegnet Director Bob Roberts nun diesen Bedenken. Die Inkludierung von Mikrotransaktionen "werde nicht vom Rest des Spiels" ablenken, heißt es gegenüber der Seite Eurogamer. Die Balance der Spielmechanik werde nicht durch Pay-to-win-Szenarios gestört.

Falschannahmen

"Wir testen das Spiel auf Herz und Nieren und stellen sicher, dass es soweit feinabgestimmt ist, dass die Leute Spaß daran haben. Wir haben in den Spieltests alle Loot-Boxen und das Echt-Geld-System abgedreht, um zu wissen, dass wir eine Spielerfahrung hinbekommen, die ganz ohne (Mikrotransaktionen) befriedigend ist", sagt Roberts. "Es ist uns wichtig, das klarzustellen, da es hier einige Falschannahmen gab."

Der Entwickler hofft, dass Spieler dies dann auch bei ihren eigenen Durchläufen feststellen würden.

Trailer zu "Shadow of War".
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Kunden sollen freudig überrascht sein

"Eine andere große Falschannahme war, dass das Spiel immer online sein müsse. So ist es nicht, man muss nicht online sein, um das Spiel zu spielen und es ist ein umfangreiches Game, dass man vollständig erleben kann, ohne extra Geld zu zahlen. Die genannten, optionalen Loot-Boxen und die XP-Boosts zur Beschleunigung der Charakterentwicklung seien nur für Leute gedacht, die nicht so viel Zeit hätten und trotzdem die gesamte Geschichte erleben wollen.

Skeptikern entgegnet Roberts, dass Kunden für den Preis von 60 Euro mehr als genügend Spielinhalte erhalten werden. "Man will (als Entwickler), dass die Kunden freudig überrascht darüber sind, wie viel im Spiel steckt." (zw, 26.9.2017)