Foto: Daniela Matejschek

"Kunst in der Kartause": Himmelsnah musizieren und spazieren

26. September 2017, 17:11

Bei dem Festival lässt Akkordeonist Otto Lechner "Mit Zungen und Pfeifen" musizieren und improvisieren, buntgemischt durch Zeiten und Stile

Aggsbach – Herbstzeit ist Wanderzeit. Und so wird beim Festival "Kunst in der Kartause" in Aggsbach musikalisch durch die Jahrhunderte gewandert, von der Renaissancemusik und der Barockmusik bis zu gegenwartsnahen Werken. Die Pfade sind abwechslungsreich: Sakrale Chormusik ist hierbei genauso zu entdecken wie experimenteller Jazz und Musik aus dem Nepal.

Aber es wird auch in einer ganz realen Weise gewandert beim viertätigen Festival in der Wachau: Am Samstag kann man eine musikalische Wanderung von Maria Langegg über die Ruine Aggstein bis zur Kartause machen. In der Burgruine erklingt dann "Volksmusik von 150 bis 7000 Metern Seehöhe", für das himmelsnahe Musizieren ist das nepalesische Ensemble Prana Mundi zuständig.

Mit von der klingenden Bergpartie ist auch Otto Lechner; der österreichische Akkordeonvirtuose zeichnet zudem erstmals für die künstlerische Leitung des Festivals verantwortlich. Für den 53-Jährigen ist es eine Art Heimspiel, wuchs Lechner doch in Gansbach, dem Nachbarort von Aggsbach, auf. Er sei zuerst skeptisch gewesen, in seiner Heimat künstlerisch tätig zu sein, verrät Otto Lechner, der Prophet gelte ja oft im eigenen Dorf nichts. Doch nun präsentiert er, den manche noch als "den Lechner-Otti" kennen, doch ein Sammelsurium seiner Vorlieben.

Dazu zählt auch Alte Musik: Die Cantoris Minoris Viennensis feiern mit Dirigent Thomas Niemirowicz eine Venezianische Vesper. Lechner selbst improvisiert mit Trompeter Thomas Gansch und Kontrabassist Ewald Oberleitner (28.9.).

Mit den Akkordeonkollegen Heidelinde Gratzl und Franz Haselsteiner sowie Organist Alexander Wessetzky wird dann abschließend in der Kirche der Kartause musiziert, und zwar "Mit Pfeifen und Zungen" (1.10.), so das Festivalmotto. Das Festival solle ein Zusammenkommen von Menschen mit unterschiedlichen Interessen ermöglichen, das geschähe sonst am Land zu selten. (Stefan Ender,