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Tiroler FPÖ schließt Funktionär wegen NS-Devotionalien aus

27. September 2017, 16:57

Legte Parteifunktion von sich aus nieder – Offenbar unter anderem NS-Totenkopf sowie schwarzes Leibchen mit dem Reichsadler auf der Brust ausgestellt

Innsbruck – Nachdem der Tiroler FPÖ-Funktionär Martin Hochstöger, früherer Präsident der Tiroler Apothekenkammer, wegen des offenbaren Besitzes von Nazi-Devotionalien in die Kritik geraten war, ist er nun auch aus der Partei ausgeschlossen worden. Bereits am Dienstag hatte er seine Funktion als Mitglied des Tiroler Parteivorstands von sich aus niedergelegt.

"Wegen Gefahr in Verzug für unsere freiheitliche Gesinnungsgemeinschaft musste ich ihn mit sofortiger Wirkung aus der FPÖ ausschließen", erklärte der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger. Der grüne Klubobmann Gebi Mair hatte noch am Dienstag den Ausschluss Hochstögers gefordert – DER STANDARD berichtete.

Die Seite dietiwag.org des Bloggers Markus Wilhelm hatte berichtet, dass Hochstöger unter anderem in einem Raum hinter seiner Apotheke eine Marmortafel angebracht habe, die an die Volksabstimmung vom 10. April 1938 in Landeck erinnert. Zudem zeigen die veröffentlichten Bilder eine Vitrine, in der Nazi-Insignien zur Schau gestellt werden: ein SS-Totenkopf mit Eisernem Kreuz auf rotem Tuch sowie ein schwarzes Leibchen mit dem Reichsadler auf der Brust. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz eingeleitet. In der Apotheke Hochstögers in Landeck sei bereits am Dienstag von Beamten "Nachschau gehalten" worden. Dabei seien auch "Sicherstellungen erfolgt", sagte Sprecher Hansjörg Mayr. Nähere Angaben wollte er unter Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht machen. (APA, red, 27.9.2017)