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FPÖ gegen Informatik als Pflichtfach in Volksschule

28. September 2017, 12:18

Einig sind sich die politischen Parteien darin, dass mehr Open-Source-Software zum Einsatz kommen soll

In Österreich könnten künftig schon Sechsjährige Programmieren lernen: Die Forderung nach Informatik in der Volksschule unterstützen mit Ausnahme der FPÖ alle zur Wahl antretenden Parlamentsparteien plus Liste Pilz. Die FPÖ will erst ab der Sekundarstufe Informatik als fixes Unterrichtsfach verankern. Laut SPÖ werden im Volksschullehrplan nun "erstmals digitale, informatische und medienbezogene Kompetenzen verankert".

Noch-Regierungspartner ÖVP will, dass Schüler ab der Volksschule "kindgerecht an Programmiersprachen" herangeführt werden. Außerdem soll der Einsatz digitaler Medien im Unterricht verstärkt werden. Für die Grünen ist "Problemlösungskompetenz in einem digitalen Umfeld" wichtig. Ein eigenes Unterrichtsfach sei dazu aber nicht zwingend nötig.

Informatik: Studienbegrenzung "absurd"

Auch das Informatikstudium soll ausgebaut werden. Die Grünen vermerken etwa, dass es "absurd" sei, trotz Fachkräftemangel den Zugang zu Informatikstudien zu beschränken. Die Liste Pilz fordert 50 neue Professuren, außerdem soll Informatik Teil aller anderen Studien werden. Auch SPÖ, ÖVP, FPÖ und Neos wollen mehr Plätze im Informatikstudium.

Noch mehr stimmen die Parteien in ihrer Position zu Open-Source-Software überein. Alle befragten Listen, Bewegungen und Parteien wollen deren Einsatz in der Verwaltung fördern. Die SPÖ weist darauf hin, dass sich das Bildungsministerium bereits an derartigen Initiativen beteilige. Die Liste Pilz argumentiert, dass durch Open Source die "Abhängigkeit zu US-Konzernen" verringert werde und Kosten reduziert würden. Für die Neos hängt mit dieser Frage auch der "Open Access" zu Lehrinhalten zusammen, der forciert werden soll.

Schnelleres Internet

Die Forderung nach schnellerem Internet wird ebenfalls von allen Parteien unterstützt. Hier unterscheiden sich jedoch die Vorstellungen: Die SPÖ will den 5G-Ausbau forcieren, während die Grünen auf Glasfaser in ländlichen Regionen setzen. Die Liste Pilz will flächendeckend "mindestens 30 MBit/s", wobei 100 MBit/s wünschenswert seien. SPÖ und ÖVP nennen letztere Zahl als Ziel bis 2020. Die Neos fordern, dass bis dahin "80 Prozent der Bevölkerung ultraschnelles Internet" erhalten. (fsc, 27.9.2017)

Der WebStandard hat einen netzpolitischen Fragebogen an die im Parlament vertretenen Parteien versandt. Die Liste Pilz wurde auch inkludiert, da sie in Umfragen konstant bei oder über vier Prozent liegt. Die Antworten werden in einer Artikelserie kontextualisiert.

Nachlese

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