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2. Oktober 2017, 11:00

Nach dem Trailer hat man eigentlich keine genaue Vorstellung, was einen im Kinosaal erwarten wird. Die Gefühle nach Filmende werden dann wohl von Person zu Person variieren, gleichgültig wird Darren Aronofskys biblische Allegorie aber nur den wenigsten sein. Jennifer Lawrence als Mother, Javier Bardem als Him wohnen als Paar in einem einsamen Haus, als sie unangemeldeten Besuch von einem ihnen unbekannten Mann, dessen Frau und schließlich auch dessen Söhnen bekommen. Die Lage im immer voller werdenden Haus spitzt sich zu und beruhigt sich wieder, um dann in absoluter Eskalation und Wahnsinn zu enden.

Was sagen die Kritiker?

Die Filmkritiker spaltet dieser Film. Es herrscht sogar Uneinigkeit, welchem Genre der Film zugeordnet werden soll. Vernichtende Kritik gibt es vom "New York Observer". Er zögere, "Mother!" zum schlechtesten Film des Jahres zu küren, wenn doch "schlechtester Film des Jahrhunderts" so viel besser passen würde, so der Kritiker. Im "New Yorker" wird zwar Aronofskys scharfes Auge gelobt, doch der Film sei letztlich das Ergebnis, das herauskommt, wenn man einem extrem intelligenten Fünfzehnjährigen einen Sack unbekannter Kräuter zum Rauchen und 40 Millionen Dollar zum Spielen geben würde.

"Torture Porn" nennt "Entertainment Weekly" den Film, eine "Tour de Force" nennt ihn "Vulture", wenn auch eine selbstherrliche. Es sei schlimm, die "toughe, witzige und smarte Schauspielerin Jennifer Lawrence zu einer Folterpuppe für den Regisseur degradiert zu sehen". Das Magazin "Time" vergleicht den Film mit einem Gemälde von Hieronymus Bosch und lobt auch das Können der Hauptdarstellerin. Und doch "versucht der Film so verzweifelt verrückt und verstörend zu sein, dass alles, was das Publikum sieht, die Anstrengung und das Geld dahinter ist. Kein Wunder, dass ein Rufzeichen im Titel ist. Aronofsky weiß einfach nicht, wann er aufhören muss".

Großer Spaß, wilde Halluzination

Gänzlich anderer Meinung ist man bei der "New York Times". Man solle nicht hinhören, wenn andere sich über verstörende Szenen empören, der Film sei ein großer Spaß. Bei keinem anderen Film musste er in diesem Jahr so oft und laut lachen, so der Filmkritiker. Auch dem "Rolling Stone" gefiel es: "'Mother!' fühlt sich immer an wie kurz vor der Explosion, ebenso wie der Kopf der Zuschauer – und das ist als Kompliment gemeint. In einer Welt von faulen Hollywood-Kompromissen ist der Film das Werk eines Visionärs, der die Dinge auf seine Art angeht".

Im STANDARD heißt es über den Film: "Aronofsky schleudert eine wilde Halluzination über das Ende der Welt auf die Leinwand und malt ihren gegenwärtigen Zustand angesichts nahender globaler Katastrophen als Jüngstes Gericht aus: Überbevölkerung, ökologische Zerstörung, Gewalt und Kampf um die letzten Ressourcen, die das Paradies Erde noch zu bieten hat, jede Zukunftsangst verwandelt Aronofsky in einen exzesshaften und nicht weniger exzentrischen Rausch".

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