Bloggerin: 275.000 Euro Strafe wegen erfundener Krebserkrankung

28. September 2017, 10:14

Die Australierin Belle Gibson hatte mit Blog, App und Buch über ihre vermeintliche "Heilung" etwa 300.000 Euro verdient

Melbourne – In ihren Blog-Beiträgen versicherte die damals 23-Jährige Australierin Belle Gibson, dass sie mit Hilfe einer besonderen Ernährungs- und Lebensweise ihren Hirntumor besiegt habe. Nur litt sie niemals an dieser schweren Erkrankung, wie sie im Frühjahr 2015 öffentlich gestand.

Wegen der frei erfundenen Geschichte über ihre Krebserkrankung ist die australische Bloggerin Belle Gibson am Donnerstag zu umgerechnet etwa 275.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Die 25-Jährige hatte behauptet, einen Hirntumor mit ayurvedischer Medizin, Sauerstofftherapie sowie dem Verzicht auf Gluten und Zucker überwunden zu haben. Ein Gericht in Melbourne befand sie nun der vorsätzlichen Täuschung schuldig.

Die Geschichte über ihre vermeintliche Heilung hatte Gibson zu einiger Prominenz verholfen. Mit ihrem Blog, einer eigenen App und dem Verkauf eines Buchs kam sie auf Einnahmen von insgesamt 420.000 australischen Dollar (etwa 300.000 Euro). Davon soll sie umgerechnet nur etwa 7.000 Euro gespendet haben. Eigentlich hatte Gibson versprochen, einen "Großteil" der Einnahmen an wohltätige Organisationen weiterzureichen. Den Blog "The Whole Pantry" und die App gibt es nicht mehr. (APA, red, 28.9.2017)