Delivery-Hero-Mitgründer erwartet Konsolidierung bei Essenszustellern

28. September 2017, 17:06

Mit seinem neuen Putz-Start-up "Book a tiger" will er Reinigungsbranche umkrempeln

Der Kampf der Essenszusteller um Marktanteile, etwa in Deutschland und Österreich, kostet viel Geld. Delivery-Hero-Mitgründer Claude Ritter rechnet in den nächsten Jahren mit einer Konsolidierung der Branche inklusive Übernahmen. In Märkten wie Schweden mit wenigen Anbietern sei das Geschäft der Lieferdienste profitabel.

Geldverbrennung

Das Match des britischen Essens-Lieferdienstes Deliveroo gegen den deutschen Anbieter Foodora sei eine "Geldverbrennungsmaschine", sagte Ritter am Donnerstag bei der Digitalkonferenz "Darwin's Circle" im APA-Gespräch. "Es geht darum, wer länger stehen bleibt." In Österreich kämpfen die Anbieter Mjam, Lieferservice, Foodora und Uber Eats um hungrige Kunden und geben hohe Summen für Werbung und Marketing aus.

Ritter war 2010 Mitgründer von Lieferheld in Deutschland und stieg 2014 aus dem Delivery-Hero-Management aus. Beim Börsengang von Rocket Internet und Delivery Hero trennte er sich von Anteilen, hält aber noch Aktien. Mit Jahresende wäre es möglich, die restlichen Aktien zu verkaufen, er will sie aber "tendenziell halten".

Reinigung

Im Jahr 2014 startete Ritter mit Delivery-Hero-Mitgründer Nikita Fahrenholz den Reinigungskräfte-Vermittler "Book a tiger". "Putzen und Facility-Management ist so unsexy, da gibt es keine 30 Start-ups", so Ritter. Viele Unternehmen seien unglücklich mit ihrer Putzfirma. Das Start-up bietet seine Dienste für Privatpersonen und Geschäftskunden an. "Book a tiger" ist derzeit in Deutschland, Österreich, Schweiz und Amsterdam aktiv und hat rund 600 angestellte Putzkräfte. Zusätzlich wird mit Subunternehmen kooperiert.

Laut Ritter entfällt derzeit rund die Hälfte des Umsatzes auf Geschäftskunden. Der Fokus von "Book a tiger" liege auf Firmenkunden, weil im Privatkundengeschäft die Konkurrenz mit dem Schwarzmarkt besonders groß sei. Das Start-up soll sich in den nächsten Jahren in die Richtung Facility-Dienstleister entwickeln, über die "Book a tiger"-Plattform können Unternehmen bereits Getränke und Snacks bestellen. Vom Preis her habe man sich als Premium-Anbieter positioniert. (APA, 28.9.2017)