Foto: Technaxx

Stiftung Warentest testet IP-Kameras: "Oft unsicher"

29. September 2017, 10:12

16 IP-Kameras getestet – mehrere Modelle können leicht von Hackern übernommen werden

Überwachungskameras für private Wohnungen und Häuser sind mittlerweile in vielen Elektronikgeschäften und oft auch als Schnäppchen in Supermärkten zu haben. Eigentümer können ihren Besitz damit sehr günstig im Auge behalten. Nur bei der Sicherheit der Geräte selbst hapert es oft, wie auch ein aktueller Test der Stiftung Warentest zeigt.

Nur drei Produkte schneiden gut ab

Überprüft wurden 16 IP-Überwachungskameras zwischen 34 und 315 Euro – neun davon für Innenräume und sieben für die Überwachung von Außenbereichen. Lediglich drei Modelle schnitten im Test gut ab. Wobei die Tester einschränken: "Das Testergebnis ernüchtert: Keine Kamera schützt die Privatsphäre gut. Nur zwei zeichnen Videos sowohl im Hellen als auch nachts ansehnlich auf. Und nur eine IP-Kamera lässt sich besonders einfach hand haben."

Alle getesteten Modelle benötigen eine Internetverbindung und die kann zum Einfallstor für Hacker werden. Bei drei Kameras seien die Sicherheitsmängel so gravierend, dass Stiftung Warentest sie mit "mangelhaft" bewertet hat. "Nur die D-Link-Kamera für draußen sichert gut. Allerdings überträgt ihre App die Anmeldedaten unverschlüsselt. Ausgesprochen unsicher sind beide Instar-Kameras und die Technaxx. Deren Anbieter geben triviale Anmeldedaten vor, ‚admin‘ als Nutzername und ‚instar‘ oder ‚admin‘ als Passwort", so die Stiftung. Nutzern wird dringend empfohlen die Logindaten zu ändern. Der Hinweis sollte gleich beim Einrichten der Kamera erscheinen, fordern die Tester.

Rechtslage beachten

Das beste Modell für drinnen kommt auf 199 Euro. Das beste Außenmodell kommt auf 169 Euro. Die Tester weisen zudem darauf hin, dass Kameras im Außenbereich nur den eigenen Grund und Boden filmen dürfen. Im Inneren müssen sich alle Bewohner eines Haushalts einig über die Verwendung sein, Gäste müssen informiert werden. (red, 29.9.2017)