Foto: Luciano Movio

Paarläufer Ziegler/Kiefer für Olympia qualifiziert

29. September 2017, 18:56

Österreichisches Paar darf zum zweiten Mal bei Winterspielen antreten. Auch nordkoreanisches Paar ist für die Spiele in Südkorea qualifiziert, ob es tatsächlich antreten wird, entscheidet die Regierung

Oberstdorf – Das österreichische Paarlauf-Duo Miriam Ziegler und Severin Kiefer hat die letzte Chance zur Qualifikation für die olympischen Eiskunstlauf-Bewerbe in Pyeongchang 2018 genutzt. Die Burgenländerin und der Salzburger schlossen die Nebelhorn-Trophy in Oberstdorf am Freitag auf dem vierten Rang ab, mit persönlicher Bestmarke von 180,60 Punkten fixierten sie souverän die Teilnahme an den Winterspielen.

Nach dem dritten Rang im Kurzprogramm reichte den Olympia-17. von Sotschi der achte Platz in der Kür um einen der vier freien Plätze zu erreichen. "Wir sind überglücklich, dass wir nach einem intensiven und herausfordernden Sommertraining in Oberstdorf unsere Leistung abrufen konnten und damit ein Olympia-Ticket mit nach Österreich bringen können", sagte Ziegler.

Die ersten zwei Paare, die russischen Europameister Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow (218,46 Punkte) und deutschen WM-Zweiten Aljona Savchenko und Bruno Massot (211,08) hatten ihre Startplätze schon bei früheren Titelkämpfen gesichert.

Nordkoreaner qualifiziert

Als Sechste schafften auch Ryom Tae-ok und Kim Ju-sik (180,09) einen Quotenplatz. Damit sind die ersten Aktiven aus Nordkorea für die Winterspiele in Südkorea qualifiziert.

Wegen der politisch angespannten Situation äußern sich die 18-Jährige und ihr 25 Jahre alter Partner nicht zu brisanten Themen, ihre Trainerin Kim Hyon-son sagte zu einem Olympia-Start: "Das ist eine Entscheidung der Regierung, wir können das nicht kommentieren."

Das junge Paar wird auf Schritt und Tritt vom Dolmetscher Ri Chol-un begleitet, der auch die Gespräche abbricht, wenn er es für richtig hält. Er war auch dabei, als sie von Juni bis August bei dem bekannten Paarlauf-Coach Bruno Marcotte in Montreal trainierten. Der erste Tipp des Kanadiers: Mehr Wettkämpfe laufen.

Das gestaltet sich nicht einfach. Zur WM 2016 konnten sie nicht nach Boston kommen, weil die USA ihnen das Visum verwehrten. Bei den Weltmeisterschaften im März in Helsinki reichte es immerhin zu Platz 15. Auch die Anreise aus dem abgeschotteten asiatischen Land nach Oberstdorf gestaltete sich schwierig: Sie brauchten vier Tage. Ihre Motivation ist aber ungebrochen: "Wir wollen einmal Weltmeister werden", sagt Kim. (APA, 29.9.2017)