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Nach Ancelotti-Rauswurf: Nächste Enttäuschung für Bayern

1. Oktober 2017, 16:11

Deutscher Meister gibt bei Hertha 2:0 aus der Hand, Ribery verletzt – Köln unterliegt Leipzig

Berlin/Köln/Freiburg – Auch mit allen "Ancelotti-Rebellen" in der Startelf ist beim FC Bayern München die Trotzreaktion auf den Trainerwechsel und die Pleite von Paris ausgeblieben. Der deutsche Meister kam drei Tage nach der Trennung von Carlo Ancelotti bei Hertha BSC nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus und hat bereits fünf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund. Bei den Bayern spielte David Alaba durch, bei Hertha wurde Valentino Lazaro in der 75. Minute eingewechselt.

Interimstrainer Willy Sagnol musste bei seiner Premiere an der Seitenlinie mitansehen, wie sein Team eine 2:0-Führung durch eklatante Abwehrfehler aus den Händen gab. Für das 1:0 hatten zwei Spieler gesorgt, die Ancelotti gegen sich aufgebracht hatte: Mats Hummels köpfelte zum 1:0 (10.). Auch die anderen Ancelotti-Kritiker Franck Ribery, Arjen Robben und Thomas Müller hatte Sagnol in die Startelf berufen.

Ribery verletzt

Robert Lewandowski sorgte mit seinem achten Saisontor zwar für das 2:0 (49.), doch die Herthaner nutzten die Schwächen in der Münchner Defensive und kamen durch Tore von Ondrej Duda (51.) und Salomon Kalou (56.) noch zum verdienten Ausgleich. Bitter für Bayern: Ribery musste in der 62. Minute mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden. Laut Sagnol könnte es sich nach einer ersten Diagnose um einen Außenbandanriss handeln.

Den Münchnern gelang spielerisch längst nicht alles. Der Favorit hatte auch Glück, als Schiedsrichter Harm Osmers beim Stand von 1:0 einen Foulelfmeter für die Berliner (19.) nach Ansicht der TV-Bilder wieder zurücknahm.

Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge verfolgten die turbulente Partie gebannt auf der Tribüne des Olympiastadions. In der Länderspielpause wollen die in die Kritik geratenen Klubbosse die Trainersuche forcieren. Beim nächsten Heimspiel der Münchner gegen den SC Freiburg könnte ein neuer Mann auf der Bayern-Bank sitzen, der zurzeit vereinslose Thomas Tuchel und Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann gelten als Favoriten.

Köln unterliegt Leipzig – weiter sieglos

Indes rutscht der 1. FC Köln immer tiefer in die Krise. Die Mannschaft von Peter Stöger verlor trotz einer starken Leistung gegen Ralph Hasenhüttls RB Leipzig 1:2 (0:1) und vergab dabei erneut beste Chancen. Nach der sechsten Niederlage im siebenten Saisonspiel liegt Köln mit einem Punkt weiter am Tabellenende.

Die Leipziger, für die Lukas Klostermann (30.) und Yussuf Poulsen (80.) trafen und bei denen Stefan Ilsanker und Marcel Sabitzer durchspielten, sind nach dem Sieg mit 13 Punkten Vierter. Für den FC hatte Yuya Osako (82.) getroffen.

Peter Stöger denkt nicht an Rücktritt. "Für mich ist das überhaupt kein Thema. Wenn jemand das Gefühl hat, dass es nicht mehr passt, dann muss man darüber reden. Von mir aus das Handtuch zu werfen, da habe ich keine Sekunde darüber nachgedacht", sagte der FC-Coach bei Sky.

Rückendeckung bekam er von Sportchef Jörg Schmadtke: "Die Art und Weise, wie die Mannschaft spielt und die Art und Weise, wie die Trainer zusammenarbeiten", lasse ihn an einer weiteren Zusammenarbeit nicht zweifeln.

Hoffenheim verliert

Zuvor musste sich 1899 Hoffenheim dem SC Freiburg mit 2:3 (1:2) geschlagen geben. Durch die erste Liganiederlage in der laufenden Saison ist der Rückstand der Hoffenheimer auf Spitzenreiter Borussia Dortmund von zwei auf fünf Punkte angewachsen. Bei den Freiburgern spielte Philipp Lienhart durch. Bei Hoffenheim wurde Florian Grillitsch nach der Pause eingewechselt.

Florian Niederlechner (15.), Caglar Söyüncü (18.) und Pascal Stenzel (87.) waren für Freiburg erfolgreich. Die Breisgauer feierten den ersten Sieg nach acht Partien.

Robin Hack (14.) und Julian Schuster mit einem Eigentor (90.+1) trafen für die Hoffenheimer, bei denen es in den vergangenen Tagen viel Wirbel gegeben hatte. Schuld daran waren die Diskussionen über Trainer Nagelsmann, der als Nachfolger Ancelotti-Nachfolger gehandelt wird. (sid, red, 1.10.2017)