Deutscher Postchef: Digitalisierung erfordert Umdenken bei Steuern

1. Oktober 2017, 17:26

Appel: Je mehr Mitarbeiter, desto geringere Steuern

Der Chef der Deutsche Post, Frank Appel, hat sich angesichts der zunehmenden Digitalisierung für ein Umdenken bei der Unternehmensbesteuerung ausgesprochen. Man müsse sich Gedanken darüber machen, wie der Staat in Zukunft zu Einnahmen komme, um die Verlierer der Digitalisierung zu unterstützen, sagte Appel der "Welt am Sonntag".

Eine Möglichkeit wäre, die Höhe der Steuer für Firmen an die Zahl der Mitarbeiter zu koppeln: Je mehr Mitarbeiter, desto geringere Steuern. Die Deutsche Post beschäftigt insgesamt etwa 500.000 Menschen.

Forderungen

Appel forderte eine staatliche Hilfe für Menschen, die nicht in gleichem Maße vom technologischen Fortschritt profitierten. Es sei zumindest im Übergang eine Umverteilung zwischen maschinell und menschlich erzeugtem Mehrwert nötig: "Da werden Einkommens- und Mehrwertsteuer allein nicht mehr ausreichen."

Die Deutsche Post profitierte zuletzt vom starken Wachstum im Paketgeschäft. Dem Unternehmen spielt der Boom im Online-Handel in die Hände: Die Kunden bestellen etwa bei Amazon oder Zalando, Zusteller bringen die Pakete dann zum Verbraucher. In den kommenden Jahren sollten etwa 100.000 Arbeitsplätze weltweit geschaffen werden, sagte Appel, in Deutschland solle eine vierstellige Zahl hinzukommen. (APA, 1.10.2017)