Expo Real: Stadt Wien nur noch mit Aspern vertreten

Rund 70 Unternehmen aus Österreich stellen auf der Expo Real 2017 aus. Die Stadt Wien ist anders als in den Vorjahren nur noch mit der Seestadt-Ansiedelungsgesellschaft dabei

Der Stand, der 2011 rund um den Auftritt der Stadt Wien geplant wurde, heißt seit 2015 wieder nur "Europa Mitte". Damals kam kein Stadtregierungsmitglied nach München, und so ist es auch heuer.

foto: dmv

Etwas mehr als 450 Personen aus Österreich werden zur 20. Expo Real reisen, und rund 70 Unternehmen aus der Alpenrepublik präsentieren sich auf der internationalen Immobilienmesse in München. Einziger Politiker wird wieder einmal St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler sein. Von der Stadt Wien, die noch 2014 sogar mit zwei Vizebürgermeisterinnen vertreten war (Renate Brauner und Maria Vassilakou), wird wie schon 2015 und 2016 kein Stadtregierungsmitglied nach München kommen.

Mehr – bzw. eben weniger – noch: Die Stadt Wien fährt heuer ihr Engagement auf der Münchner Immobilienmesse de facto auf ein Minimum zurück. Waren im vergangenen Jahr mit der Wien Holding, der WSE, der Wirtschaftsagentur Wien, der Magistratsabteilung 18 (Stadtentwicklung und Stadtplanung) sowie der Wien 3420 Aspern Development AG noch fünf stadteigene bzw -nahe Firmen und Abteilungen auf der Expo Real, so hält heuer nur noch die Entwicklungsgesellschaft der Seestadt Aspern die rot-weißen Fahnen hoch.

"Ich kann nicht sagen, was die Beweggründe dafür sind", sagt Stefan Reschke, Vertreter der Messe München in Österreich, dem STANDARD. Er organisiert gemeinsam mit der Della Lucia Medien & Verlags Gmbh (DMV) den Messeauftritt. Seitens der MA 18 sollen Budgetkürzungen der Grund sein, warum man nicht mehr dabei ist. "Eines der ersten Projekte, die dann abgesagt wurden, war die Expo Real", so Reschke. Kurz danach hätten auch die drei städtischen Unternehmen abgesagt. "Ich finde es sehr schade, dass die Stadt Wien fast gar nicht mehr auftaucht", so Reschke.

2011 war alles noch ganz anders: "Damals war es uns gelungen, die Stadt Wien nach einer Auszeit wieder zurück zur Messe zu holen", weiß der Messe-Manager. Weil der Gemeinschaftsstand "Austria", den es schon länger auf der Messe gibt, ausgebucht war, beschloss man damals kurzerhand, rund um den Auftritt der Stadt Wien einen zweiten österreichischen Gemeinschaftsstand ins Leben zu rufen. Der Messestand "Österreich – Europa Mitte" war geboren. Von 2012 bis 2014 hieß der Stand dann "Wien – Europa Mitte", und in diesen Jahren konnten sich die ausstellenden Unternehmen – siehe oben – über fehlende politische Unterstützung nicht beklagen.

"Europa Mitte" ...

Schon 2015 nahm das Interesse der Wiener Politik an der Expo Real aber wieder ab. Seit damals begleitete kein Regierungsmitglied mehr die Delegation. 2015 hieß der Stand deshalb wieder nur "Europa Mitte".

So wird es auch heuer sein: An dem Stand 110 in der Halle A1 präsentieren sich 28 Unternehmen, darunter ÖBB-Immobilien, Otto Immobilien, Arnold Immobilien, Warimpex, 6B47 Real Estate Investors, Wolf-Theiss Rechtsanwälte, Hypo NÖ Development, der Wiener Hafen, die Wien 3420 Aspern Development AG und der Österreichische Städtebund. Weil die Messe München noch einen Platz für die Municipality of Ulcinj Montenegro suchte, findet man auch diesen Aussteller aus dem CEE-Raum am Stand "Europa Mitte". Dieser hat nun übrigens zum dritten Mal jenes Design, das für die Expo Real 2015 erdacht wurde, mit Café im ersten Stock.

Dass der Städtebund mit dabei ist, war für Stefan Reschke, den Vertreter der Messe München in Wien, ein Glücksfall. Über ihn habe man nämlich gute Kontakte zu anderen Städten bekommen, etwa nach Salzburg und Villach. Beide Städte schicken nun zumindest hochrangige Vertreter der jeweiligen Stadtverwaltung nach München und halten Präsentationen im Rahmen des vom Städtebund organisierten Events "Innovative Cities: Made in Austria" ab.

Offizielle Eröffnung des "Europa Mitte"-Standes wird es zwar keine geben, aber diverse kleinere Veranstaltungen sind geplant. Unter anderem lädt der Salon Real, das Frauennetzwerk innerhalb der heimischen Immo-Wirtschaft, am Donnerstag um 15.30 Uhr zu einem Networking-Event.

... und "Austria"

Der größere der beiden österreichischen Gemeinschaftsstände, der schon erwähnte "Austria"-Stand in Halle B2 (Stand 110), kann heuer mit 40 Unternehmen aufwarten. Die Organisatorinnen Gerda Zauner und Birgit Oberwalder von der Immobilienmarketingagentur Pia Pink dürfen sich über ein leichtes Plus gegenüber dem Jahr 2016 freuen.

Am "Austria"-Stand sind unter anderem ARE, BAI, Bareal, Buwog, EHL, Flughafen Wien, JP Immobilien, Walter Business Park und Walter Immobilien, UBM und S Immo vertreten.

Geburtstagsparty bei SES

Einen eigenen Stand hat beispielsweise Shoppingcenter-Entwickler und -Betreiber SES Spar European Shopping Centers. Der Auftritt steht heuer ganz im Zeichen des zehnjährigen Firmenjubiläums, teilte die SES per Aussendung mit. Am Mittwoch um 16.30 Uhr gibt es aus diesem Anlass auch eine "Standparty mit Champagner, Torte und feinen Häppchen".

Eigene Messeauftritte samt diverser Standpartys werden unter anderen die CA Immo, die Immofinanz, Signa Holding, Vienna House, die oberösterreichische Wirtschaftsagentur und die Zima Holding haben.

Radeln zur Expo

Geradelt wird heuer auch wieder von Wien nach München, der Anlass ist aber ein trauriger: Die Equipe Expo, der Immo-Profis aus unterschiedlichen Unternehmen angehören, wird diesmal nämlich im Gedenken an den Ende 2016 verstorbenen CA-Immo-Bereichsvorstand Gregor Drexler als Charity-Tour zur Expo Real radeln. Sie sammelt Geld ein, um Drexlers achtjährigen Sohn zu unterstützen. (mapu, 2.10.2017)

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