Britischer Finanzminister räumt Unmut über Brexit-Gespräche ein

2. Oktober 2017, 10:09

Philip Hammond: "Wir sind alle frustriert von den langsamen Fortschritten"

Manchester – In der britischen Regierung zeigt sich Unmut über Verzögerungen bei den Brexit-Gesprächen. "Wir sind alle frustriert von dem langsamen Fortschritt der vergangenen Monate", sagte Finanzminister Philip Hammond am Montag dem Fernsehsender ITV am Rande des Parteitags seiner Konservativen in Manchester. Zugleich versuchte Hammond Differenzen innerhalb des Kabinetts von Premierministerin Theresa May herunterzuspielen. Die von Außenminister Boris Johnson unlängst dargelegten Bedingungen seien längst bekannt, und er selbst stehe voll hinter der Regierungschefin, sagte Hammond. Johnson hatte sich wiederholt für einen schärferen Kurs bei den EU-Austrittsverhandlungen ausgesprochen und am Samstag seine persönlichen Bedingungen gestellt.

Hammond betonte zudem, dass die Regierung zugunsten der heimischen Wirtschaft gegen die Ungewissheit rund um den geplanten Rückzug aus der Europäischen Union vorgehen müsse. Die Wirtschaft dürfe dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, sagte der Minister zu Sky News. Schließlich sei jede Unsicherheit schlecht für das Vertrauen in die Wirtschaft. Den Unternehmen müsse ein geordneter Übergang zugesichert werden. Laut Premierministerin May bereitet die sich Regierung inzwischen auch auf den Fall vor, dass vor Ablauf der Frist keine Einigung mit der EU über einen Austritt erzielt wird. (Reuters, 2.10.2017)