Foto: M1911

Ghost Gunner: Mit der Hobbyfräse kann nun jeder unregulierte Pistolen anfertigen

2. Oktober 2017, 10:26

Das US-Unternehmen Defense Distributed bietet die Metallfräse um 1.647 Dollar an

Cody Wilson hat es schon wieder getan. Mit einer Pistole aus dem 3D-Drucker und einer Metallfräse für Maschinengewehre sorgte der US-Amerikaner in der Vergangenheit für Aufsehen. Nun provoziert er mit einer neuen Entwicklung, mit der Bastler zu Hause nichtregulierte, nicht zurückverfolgbare Pistolen herstellen können.

Neue Software für M1911-Pistolen

Wilsons Unternehmen Defense Distributed hat am Sonntag eine neue Software für seine Metallfräse namens Ghost Gunner veröffentlicht. Zuvor ließ sich damit schon der Lower Reveicer eines halbautomatischen AR-15-Maschinengewehrs anfertigen. Mit der neuen Software kann nun auch der Aluminiumrahmen einer M1911 Handfeuerwaffe gefräst werden, wie "Wired" berichet. Etwa eine Stunde soll die Maschine dafür benötigen.

Das Unternehmen verkauft den Ghost Gunner 2 um 1.674 US-Dollar. Im Shop werden auch Lower Receiver für die Modelle AR-15 und AR-308 um 65 bzw. 85 Dollar sowie der Metallrahmen für die M1911 um 120 Dollar angeboten. Gelistet wird auch ein Kunststoffrahmen für eine Glock, allerdings kann dieser noch nicht bestellt werden.

Regulierte Komponenten

Der Lower Receiver der Maschinengewehre sowie die Rahmen des M1911 sind jene Teile der Waffen, die in den USA einer Regulierung unterliegen. Die restlichen Komponenten können ohne Voraussetzungen gekauft werden. Defense Distributed ermöglicht es damit mehr oder weniger jeder Person eine Waffe herzustellen, die nicht registriert werden muss, keinen Background-Check erfordert und auch nicht mittels Seriennummer ihrem Besitzer zugeordnet werden kann.

Es gibt somit keine Unterlagen, dass so eine Waffe überhaupt existiert. Würde sie für ein Verbrechen benutzt, ließe sich ihr Besitzer nicht eindeutig feststellen. Personen, die nicht die Voraussetzungen erfüllen, eine Waffe tragen zu dürfen, können sich damit leichter als zuvor selbst eine bauen. Noch dazu können die Waffen in einem automatisierten Prozess in größeren Stückzahlen hergestellt werden. Wilson wendet ein, dass es dennoch relativ kompliziert sei, eine M1911 komplett fertigzustellen.

In Kalifornien sind privat hergestellte Waffen ohne Seriennummern seit 2016 verboten. Auf Bundesebene gibt es jedoch noch keine solchen Gesetze, so "Wired". Defense Distributed hat bislang nach eigenen Angaben 4.000 Stück seiner Metallfräse verkauft. Bei 1.000 Stück handelt es sich um bereits um das jüngste Modell, mit der die M1911-Rahmen hergestellt werden können. Seit 2013 darf das Unternehmen keine Dateien mehr für die Fräse online stellen, mit denen die Waffenteile gefertigt werden können – sie werden nun per USB-Stick an die Kunden geschickt.

Unterstützung für Neonazis

Wilson bezeichnet sich selbst nicht als Waffennarr, sondern als Advokat gegen staatliche Regulierung. So tritt er nicht nur gegen strengere Waffengesetze auf, sondern gründete vor kurzem auch die Crowdfunding-Seite Hatreon. Sie bietet Neonazis, White Supremacists und Alt-Right-Anhängern einen Hafen, die von anderen Crowdunding-Seiten verbannt wurden. Wilson behauptet, selbst kein Mitglied dieser Gruppierungen sondern ein "Extremist freier Meinungsäußerung" zu sein. (red, 2.10.2017)