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Selbst Griechenland profitiert von Industrie-Aufschwung

2. Oktober 2017, 10:38

Die Euro-Industrie befindet sich derzeit im Höhenflug, von der anziehenden Nachfrage profitieren alle Länder im Euroraum

Berlin – Die Geschäfte der Industrie in der Eurozone sind im September so kräftig gewachsen wie seit über sechseinhalb Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 0,7 auf 58,1 Punkte, wie das Institut IHS Markit am Montag zu seiner Umfrage unter Tausenden Unternehmen mitteilte. Bereits ab 50 signalisiert das Barometer ein Wachstum.

"Der Industriesektor hat noch einen Gang höher geschaltet", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Überdies stehe der Aufschwung auf immer breiterer Basis, da von der anziehenden Nachfrage momentan alle Länder profitierten. "Selbst aus Griechenland kamen gute Nachrichten, wo es so kräftig aufwärts ging wie zuletzt im Juni 2008", betonte der Experte.

Ein kräftiger Schub an Neuaufträgen veranlasste die Unternehmen, so viele Stellen zu schaffen wie nie zuvor in der 20-jährigen Umfragegeschichte. Auch die Auftragsbestände nahmen zu, "was darauf hindeutet, dass sich der Einstellungsboom noch ziemlich lange fortsetzen dürfte", sagte Williamson. Der stärkere Euro habe den Exporten bisher nicht geschadet. Auch die Binnennachfrage ziehe weiter an.

Das deutsche Industriebarometer kletterte um 1,3 auf 60,6 Punkte. Das ist der beste Wert seit April 2011. "Der nachhaltige und kräftige Auftragsschub sorgte dafür, dass die Produktion abermals enorm gesteigert wurde und die Unternehmen auf die Kapazitätsengpässe mit einem beschleunigten Stellenaufbau reagierten", betonte der Deutschland-Experte von Markit, Phil Smith. (APA, 2.10.2017)