Foto: Essential Phone

Essential Phone: "Anti-iPhone" laut Analysten ein Ladenhüter

2. Oktober 2017, 11:40

Der US-Provider Sprint soll bislang weniger als 5.000 Geräte verkauft haben

Edles Design, aktuelle Hardware, Erweiterbarkeit mit Modulen und schnelle Sicherheitsupdates. Andy Rubin, der einst das Android-System miterfunden hat, hat mit dem Essential Phone viel versprochen. Und gemäß bisherigen Tests handelt es sich beim "Anti-iPhone" (Zitat: Wired) auch um ein potentes Gerät.

Die Kunden scheint das allerdings wenig zu kratzen, wie nun erste Zahlen nahelegen. Laut Schätzungen der Marktforscher von Baystreet Research hat Sprint, der das Gerät als einziger US-Provider exklusiv anbietet, bislang nicht einmal 5.000 "Essentials" verkaufen können.

5.000 in zwei Wochen

Die Zahlen sind eine in Fierce Wireless veröffentlichte Schätzung und beinhalten die ersten beiden Wochen seit dem Verfügbarkeitsbeginn bei Sprint am 14. September. In den Stores des Anbieters soll das Essential Phone "sehr prominent" platziert worden sein.

Anzumerken ist, dass diese Angaben nur einen Teil der gesamten Verkaufszahlen abbilden. Essential verkauft sein Handy auch in Kanada über den Mobilfunker Telus. Das Gerät kann zudem in entsperrter Version direkt von der Homepage des Start-ups bestellt werden. Die Sprint-Zahlen legen allerdings nahe, dass die Nachfrage nach dem Gerät sich insgesamt in Grenzen hält.

Zu spät ins Spiel gekommen

Mögliche Gründe dafür nennt Android Authority. So sei etwa viel Zeit vergangen, seit Andy Rubin das Essential Phone erstmals im März mit einem Teaser "enthüllt" hat. Im Mai war dazu verlautbart worden, dass das Gerät im Laufe des Juni verfügbar werden würde. Stattdessen kam es jedoch zu wochenlangen Verzögerungen. Dies führte auch zu Verärgerung, weil der Hersteller dazu lange keine Stellungnahme lieferte.

Dem ist anzufügen, dass das Gerät mit 700 Dollar in der Premium-Preisliga spielt und trotz guten Gesamtfazits die Kamera in den ersten Tests nicht ganz überzeugen konnte. Noch schwerer wiegen könnte, dass seit März viele andere Flaggschiffe auf den Markt gekommen sind. Zu nennen wären etwa das Samsung Galaxy S8 und Note 8, das HTC U11, LG G6 oder OnePlus 5.

Essential hat die Zahlen von Baystreet Research bislang nicht kommentiert. Man möchte die Verfügbarkeit des Smartphones aber "bald" auch auf andere Länder ausweiten. (red, 02.10.2017)